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1. Petrusbrief | 15.9.1

Worthaus Pop-Up – Freiburg: 17. Juli 2025 von Prof. Dr. Thomas Söding

Peter und Paul, Petrus und Paulus – die Namen klingen nicht nur ähnlich, sie teilen sich auch einen Feiertag, diverse Kirchen in der ganzen Welt und mindestens einen deutschen Fernsehfilm. Und dann haben beide natürlich einige Briefe geschrieben. Da kann man schon mal durcheinander kommen.
Kurz gesagt: Petrus ist der Apostel, den Jesus dazu berufen hat, die junge Christengemeinde zu führen. Von ihm sind zwei Briefe im Neuen Testament überliefert.
Paulus ist der Apostel, der junge christliche Gemeinden gegründet hat. Er hat viele uns heute noch bekannte Briefe geschrieben.
Der katholische Theologe Thomas Söding beschäftigt sich in diesem Vortrag mit dem ersten Petrusbrief. Er beschreibt, was diesen Brief von den Schriften des Paulus unterscheidet, er erklärt die politischen, kulturellen und historischen Umstände, in denen der Brief geschrieben wurde und warum es womöglich gar nicht Petrus war, der den Brief verfasst hat. Und letztendlich zeigt Söding, warum dieser Brief damals wie heute an alle Christen gerichtet ist. Denn was die ersten Gläubigen vor zwei Jahrtausenden durchmachten, das kennen auch die meisten Gläubigen des 21. Jahrhunderts.

28. Juli 2022

Gotthold Ephraim Lessing – Bibelkritik in der Aufklärung | 11.13.1

Stell dir vor, du lebst in einem Land, in dem du nicht frei sagen kannst, was du denkst. Im schlimmsten Fall kommst du für unerwünschte Aussagen ins Gefängnis, oder du verlierst nur deine Arbeitserlaubnis, wirst gemieden und ausgelacht. Nicht schön. Gotthold Ephraim Lessing lebte im falschen Land zur falschen Zeit, um geradeheraus zu schreiben, was er dachte. Also schrieb er verschlüsselt, schrieb Nathan der Weise und Emilia Galotti. Er war clever, versteckte, was er wirklich dachte, in Theaterstücken. „So raffiniert, dass er manchmal wahrscheinlich selber nicht wusste, was er dachte“, sagt Thorsten Dietz. In seinem Schlüsselvortrag über die Bibelkritik in der Aufklärung, erklärt er zentrale Weichenstellungen im 18. Jahrhundert, die uns bis heute betreffen. Anschaulich, aber anspruchsvoll beschreibt er das Leben Lessings, seine Lehren und den großen Streit unter Gelehrten, in dem Lessing die Hauptrolle spielte. Denn er war nicht nur Theaterautor. Er war auch Bibliothekar. Und eines Tages, irgendwann um das Jahr 1777 herum, fand Lessing Texte von Hermann Samuel Reimarus. Echtes Dynamit, das merkte Lessing schnell. Texte, die den gesamten christlichen Glauben infrage stellten. Echtes Plutonium in einer Zeit, in der ohnehin noch Glaubenskriege tobten. Lessing veröffentlichte die Texte. Und entfesselte damit einen Streit, der unser Verständnis von Glaube und Geschichte bis heute prägt.