Paulus und die Kirche als neuer Tempel: Heilige Gemeinschaft und Gottes Gegenwart | 15.8.1
Als Gott noch mitten unter den Israeliten wohnte, in einem Zelt, später in einem imposanten Tempel, der in der ganzen damaligen Welt berühmt war, da war alles noch einfach: In Gottes Gegenwart wurden Opfer dargebracht, Steuern gezahlt, Testamente und andere offizielle Dokumente aufgesetzt, und darum, dass alles rund lief, dass Gott sich im Tempel wohl fühlte und alle Gläubigen sich an die Regeln hielten, darum kümmerten sich einige Auserwählte. Doch dann zerstörten die Römer den Tempel und nahmen den Juden ihren religiösen, politischen und gesellschaftlichen Mittelpunkt.
Was blieb war die Hoffnung auf einen neuen Tempel. Für die Juden.
Paulus aber brachte den christlichen Glauben auch zu Nicht-Juden. Für sie ging es nicht mehr um einen Tempel, den man betreten konnte. Der Tempel sollten sie jetzt selber sein, forderte Paulus. Und verlangte damit eine absolute Hingabe, die damals manche Gläubige die wirtschaftliche Existenz kosten konnte. Und heute? Würden wir heute schaffen, was Paulus von den ersten Christen verlangt hat?