Jetzt geht es um die Frage christliche Ethik, paulinische Ethik. Wie hat das Paulus sortiert, die Freiheit eines Christenmenschen? Ist das noch richtig? Ist das noch irgendwie biblisch? Hat die Reformation da einen Punkt gehabt oder hat sie es verdreht? Wie bringt Paulus Freiheit und Gesetz zueinander ins Verhältnis? Welche Bedeutung hat dabei die Liebe, Freiheit und Liebe? Wie ist sein Verständnis des Lebens im Geist, so der Veränderung, der Verwandlung des Menschen in Christus im Heiligen Geist? Darum soll es heute Nachmittag gehen. Das sind historische Fragen,
ganz klar. Da kann man viel historisch zu machen. Das wird teilweise auch passieren und mein besonderer Zugang ist ja schon dann immer auch einer, der in der Gegenwart ansetzt und fragt, wo stehen wir heute? Wo bewegt uns das? Zur Gegenwart gehört natürlich Anknüpfung an das Christentum. Das ist ja nach wie vor weltweit sehr stark. Christentum ist ja nicht kurz vorm Verdunsten oder so. Es spielt ja in vielen Ländern der Welt eine große Rolle, ist geschichtlich eine große Rolle. Berufung auf heilige Schriften, kanonische Texte, das ist in der Politik inzwischen wieder sehr viel stärker als vor 40, 50 Jahren, so vor allem im Westen. Und biblische Texte kommen bis in Parlamente und werden da erwogen und werden erörtert. Und da möchte ich jetzt zuerst mal anfangen. Wo stehen wir denn heute in ethischen Fragen, was für Diskussionen führen wir und welche
Bedeutung haben unsere heutigen Debatten? Für so eine schlichte Frage. Wie funktioniert Ethik bei Paulus? Ja, wo stehen wir heute? Es ist kompliziert, ist immer alles sehr kompliziert und so sind auch ständig mehr Menschen auf der Welt und alle sind jetzt im Internet und gehen da ihre Meinung kund. Und ich möchte aber auch behaupten, ja, grobe Schneisen gehen immer, müssen immer gehen. Es gibt einfach bestimmte Gesprächslage, wo bestimmte Fragen einfach heiß werden, wo sie umstritten sind, wo ganz viele darüber nachdenken, wie sich das so darstellt und so. Und heute kann man, glaube ich, doch sagen, haben wir weltweit eine kritische, offene Auseinandersetzung um die Zukunft,
wie sollen wir sagen, des liberalen Westens. Früher sagte man des freien Westens, der freien Welt, zusammengeschaut mit der Frage nach der liberalen Demokratie. So hat der Liberalismus, hat die freie demokratische Gesellschaftsordnung noch eine Zukunft? So war es ein kleiner Nachkriegstraum nach dem Zweiten Weltkrieg, wo viele sagten, na jetzt haben wir echt mal übertrieben, bisschen locker machen könnte man sich. So und dann gab es in meiner Lebensphase, in unserer, wenn ich mir so umschau, sicher eine Zeit, wo viele das Gefühl hatten, ja, der Liberalismus ist unstoppable. Die Freiheit wird siegen, weil sie wahr ist, alles andere funktioniert nicht. So und das ist aber nicht mehr im Jahr 2025 das, worauf jeder blind wetten würde. So, es sind weltweite Debatten. So hat die Freiheit Zukunft oder blicken wir zurück auf eine komplette
Übertreibung und müssen zurück in geordnete Verhältnisse. Ich habe es jetzt sehr grob erst mal als politische Wahrnehmung beschrieben, jetzt zoom mich ein bisschen näher dran, was meinen wir denn jetzt hier mit Freiheit, was meinen wir mit Liberalismus und all dem. Es ist in den letzten 250 Jahren eine ethische Idee entstanden, die sehr stark die Freiheit ins Zentrum gestellt hat. Diese ethische Bewegung oder ethische Theoriebildung ist nicht komplett einheitlich, auch Liberalismus ist ziemlich vielfältig. So, man kann da unterschiedliche Schulen entwickeln, das werde ich jetzt nicht im Detail machen, man kann vielleicht die Flügel benennen, es gibt einen solchen Liberalismus, wo die Freiheit und Selbstbestimmung im Grunde fast
singulär betont wird als das eine Prinzip, was funktioniert. So, Gesellschaft funktioniert dann, wenn der einzelne Mensch einfach über sich bestimmen darf in seine Selbstbestimmung, die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit garantiert wird und dazu gehört ganz schlicht eine Zusatzregel, die Grenzen der Freiheit fangen da an, wo die Grenze der Freiheit meines Nachbarn erreicht ist. So, ich kann und darf alles tun, was ich möchte, sofern es nicht die Freiheit anderer Menschen infrage stellt oder einschränkt. Ansonsten gibt es für die Freiheit keine natürliche Grenze. Man kann das jetzt mit unterschiedlichen Theoriebildungen des Utilitarismus zusammenbringen, On Liberty, John Stuart Mill, der macht aber auch schon viel vornehmer und so, aber so als Idee ist eigentlich alles erlaubt. Es ist alles erlaubt, was keinem anderen schadet.
Und miteinander dürfen Menschen alles tun, worin sie übereinkommen, dass sie es beide wollen. So, Freiheit und Selbstbestimmung, Einvernehmlichkeit und Konsens, damit ist mehr oder weniger alles in der Welt klärbar. So, alles ist in diesem Sinne erlaubt und richtig und gut und in Ordnung und so, was freiwillig und einvernehmlich im Konsens geschieht. Und ja, das wird euch nicht komplett fremd oder sonderbar vorkommen, das ist eine Macht, das ist eine Logik und man kann das jetzt durchdeklinieren von Abtreibungsfragen und frühen Fragen angefangen. Selbstbestimmung der Frau, mein Körper gehört mir. So, es ist völlig undenkbar, dass irgendein anderer Mann oder ein Staat oder irgendeine Instanz einer Frau sagen darf, was mit ihrem Körper zu geschehen hat und
was nicht. Da kann man ganz viel überfragen, wann fängt das Leben an? Am Ende des Tages sind diese Fragen alle egal. So, am Ende ist es komplett undenkbar, dass andere Menschen eine Frau zwingen, an ihrem Körper irgendetwas geschehen zu lassen, was sie nicht will. Punkt. Man muss es nicht mehr begründen. So, für diese Position ist es vollständig überflüssig, den moralischen Status des Embryos oder so zu diskutieren. Die Frage ist geklärt durch das Stichwort Selbstbestimmung. So, und jetzt könnte man alle Lebensthemen durchdeklinieren und geben wir ans Ende. Wie und wann Menschen sterben wollen, ist wieder dieselbe Frage, dann wann sie wollen. So, es ist komplett inakzeptabel, dass irgendjemand, ein Menschen, der sterben möchte, sagt nein,
darfst du nicht. So, oder ein Mensch, der sterben möchte und das nicht mehr alleine bewerkstelligen kann, dass den dann mit Gesetzen und Verordnungen das schwer gemacht wird und irgendjemand anders freiwillig und einvernehmlich jemand helfen will. So, auch da gibt es diesen klaren Trend Selbstbestimmung. So, und das Selbstbestimmungsrecht des Menschen ist uneinschränkbar und anderen dabei zu helfen und alles auf dieser Basis so gemeinsam. Also, Liberalismus, liberale Ethik wäre das eine sehr reine Form und viele sagen, diese Idee ist einfach sehr stark geworden. In der Frage von Geburt bis Tod, in der Frage Sexualität, Beziehungen, Beziehungsformen. So, warum soll es eine einzige Beziehungsform geben, die Ehe, die man eingeht oder nicht? Warum sollen wir nicht hunderte,
tausende, alle möglichen Beziehungsformen eingehen können, wenn wir es wollen und alle Menschen, die dabei beteiligt sind, einverstanden sind und es einvernehmlich im Konsens passiert? Wer ich bin, welches Geschlecht ich habe, ob ich überhaupt mich geschlechtlich definiere, so all das wäre ein starker ethischer Ansatz. So, der ist bekannt und heutzutage leben wir in einer Welt, wo diese Position nicht mehr selbstverständlich die da steht, als die große Mehrheit sieht es so, der Rest wird sich schon noch dahin bekehren, sondern das ist strittig geworden. Da gibt es Widerspruch, da gibt es viele, die sagen, das war ein kompletter Irrweg, das hat uns in den Abgrund geführt, in Chaos und Beliebigkeit und wir brauchen jetzt mal hier wirklich eine ganz andere Richtung. Es kann nicht sein, dass jeder alles darf und so. Am Ende ist die Konsequenz, jeder darf wohnen, wo er will, in welchem jedem Land, wo es ihm einfällt. Niemand darf irgendjemanden an der
Grenze auch mal sagen, du kommst hier nicht rein und so. Nein, Freiheit. Die Gegenposition ist jetzt ein bisschen schwieriger, darum versuche ich es jetzt auch nicht ähnlich ausführlich. Wir haben heutzutage Gegenpositionen, naja, im Grunde in zwei Richtungen. Wir haben zum einen eine Gegenposition, die am leichtesten, ehrlich gesagt, zu definieren ist durch ihren Antiliberalismus. Die finden das alles schlecht. Die finden das chaotisch, willkürlich, beliebig. Die sind überzeugt, dass eine solche Welt, die Freiheit so absolut setzt, scheitern wird, weil sie keine Orientierung gibt. Menschen werfen sich Drogen ein, wie sie wollen und gehen daran zugrunde, ist ja erlaubt. Jeder darf ja sein Leben zugrunde richten, wie er will. So und dieser Antiliberalismus ist weltweit
inzwischen eine starke Macht. Wofür es dann positiv auf was werden soll, das ist sehr kompliziert. Es gibt Religionen, die machen da Angebote, die sagen, der westliche Liberalismus ist dekadent, halte dich an das Gesetz unseres Gottes, bleibe in den Regeln, wir helfen dir dabei, wir gründen einen Wächterrat, wir haben eine Glaubenspolizei auf der Straße. Jeben wird geholfen, in den Wegen der Wahrheit zu wandeln. Das Ganze kann man aber auch sehr autoritär, sehr diktatorisch machen. Du kannst einen starken Mann an die Spitze stellen oder auch eine ganze Partei oder eine wahnsinnig reiche Familie. Das Verbindende dieser Antiliberalismen ist am ehesten eine autoritäre Grundidee. So und Basis dieser antiliberalen Strömung ist, totale Freiheit führt in die Irre, bisschen Freiheit hat jeder verdient, aber Vorrang des Sozialen, Vorrang der Gemeinschaft, Vorrang
der Ordnung. Menschen sind sicherheitsorientiert, wir brauchen Schutz, so viel Freiheit führt zu viel Missbrauch, führt zu Drogen, Gewalt, Beliebigkeit und ansonsten. Daher klare Ordnung, klare Staatsordnung, erlaubt, verboten, drinnen, draußen, überwachen, Strafen, schwere Strafen, Strafen ist immer gut. Familie, klare Ordnung der Familie, das ist Familie, das ist Perversion. Der Vater hat zu sagen, ist er arbeiten, dann die Mutter, wenn er wiederkommt, er haut zu, er hat mehr Kraft. Klare Ordnung, so funktioniert das, das ist Familie. Sexualität, sehr klare Regeln, meistens ist es verboten, manchmal ist es erlaubt, manchmal muss es auch. Kinder kriegen, sehr wichtig, viele Kinder, Familie. So und all das Fügen und das kann man mit gewissen Variationen durchspielen. Immer ist die Idee Ordnung, Autorität, Hierarchie, Klarheit, Grenzen, Sicherheit, Orientierung. Also man könnte sagen, das ist eine Art soziale Ethik der Ordnungen.
Gewisser Hinsicht würde sie aufsagen eine Ordnung sozialer Gerechtigkeiten. Manchmal nennen sie sich postliberal. So gibt es viele Theorien. In anderen Podcast-Formaten demnächst mehr dazu. Man muss erwähnen, es gibt auch noch so was wie linke und progressive Menschen, die kommen jetzt erst auf Platz drei, die gibt es schon noch, aber kriseln gerade so ein bisschen rum. Das interessante bei denen ist ja, die sind irgendwie auch liberal. Die finden das mit der Freiheit gut und wichtig, so aber als Linker, als progressiver Mensch hast du eigentlich seit 200 Jahren die Idee, also ja natürlich, Liberalität, ja, aber Freiheit kann so asozial werden und asoziale Freiheit ist dann eben immer nur die Freiheit der wenigen und den vielen bleibt Freiheit vorbehalten. Freiheit
müsste doch Freiheit für alle sein. So und das verträgt sich nicht mit einem Wirtschaftssystem, was konsequent von unten nach oben unverteilt, was konsequent die Arbeitskraft und die Arbeitsleistungen, das Engagement der vielen so organisiert, dass die überleben und die wenigen reich und sehr reich und super reich und ultra reich werden. So denn wir leben in einer Welt, wo Vermögen und Geld schlicht Freiheitsräume eröffnen oder auch nicht oder auch verschlossen halten. So das heißt, Linke progressive Gruppen sind liberaler als die Ordnungspartei, würde aber immer sagen, naja zur Freiheitsidee gehört eine Gleichheitsvision, alle Menschen haben gleiche Rechte. Gleiche Rechte bedeutet auch Teilhabe. So und das heißt, wir brauchen eine soziale Ordnung,
die Freiheitsräume auch eröffnet und erschließt und zugänglich macht für die vielen und das heißt auch, dass wir bestimmte Freiheiten in der Wirtschaft und in der Umverteilung und in der Organisation natürlich einschließen müssen, um alle mitzunehmen, die mit ihrer eigenen Ausgangssituation weniger privilegiert sind. So und das ist aber eine Idee, also da gibt es manchmal auch eine Koalition der liberalen und der autoritären, weil sie sagen ja Kommunismus, klappt nicht und so. Man kann jetzt viele Zwischenstufen gründen. Es gibt Linke, die sind eigentlich auch ziemlich liberal und es gibt Liberale, die sind auch bisschen links, es gibt Autoritäre, die sind etwas überdurchschnittlich liberal, liberale Dienstautoritäre kippen, es gibt Linksautoritäre, riesen Dingen, das 20. Jahrhundert ist voller Linksautoritäre, die links progressiv angefangen haben und irgendwann jede Freiheit komplett überflüssig
fanden, solange ihre Partei das alles doch auch viel besser weiß. Also Mischformen gibt es viel. Unterm Strich finde ich, man kommt sehr weit, einfach mal sich so eine ethische Landkarte vorzustellen, wo Liberalismus, Ordnungsideen und Gerechtigkeitsvisionen sehr vitale Hauptmotive sein können, manchmal absolut auf sich gestellt, manchmal eben auch im Bewusstsein, man müsste es zusammenkriegen. Diese Diskussionen werden weltweit geführt, im Moment von den USA bis Südamerika, in Russland darf man nicht mehr diskutieren, so in Ungarn, bisschen auf die Kippe und in vielen europäischen Ländern, aber ist es die Frage, hatten wir zu viel Liberalismus, zu viel Freiheit, zu viel offene Grenzen, zu viel Selbstbestimmung, brauchen wir mehr Besinnung auf Ordnung,
auf Tradition, Autorität, all diese ganzen Dinge. Warum so eine lange Einleitung in einen Paulus-Vortrag? Es gibt Menschen, die immer behaupten, ja ich lebe irgendwie in der Welt, aber ich merke das kaum. Also wenn ich die Bibel lese und auslege, bin ich reines Auge und objektive Wissenschaft und nein, mich interessieren diese politischen Dinge, nicht mehr geht es doch nur um den Glauben. Mein Problem ist, ich glaube den halt nicht und deren Problem ist, glaube ich, ich kann auch zeigen, dass dem nicht zu glauben ist, weil wir alle, wir alle, wenn wir die Bibel lesen, haben nicht so eine Löschfunktion, wo wir uns selbst so programmieren und sagen, ich habe jetzt gerade alles vergessen, bin jetzt einfach reiner Geist wieder und egal wie sehr ich ansonsten liberal oder autoritär oder gerechtigkeitsorientiert bin, ich bin in meiner Bibelauslegung völlig interesselos, ich bin der absoluten reinen Wahrheit verschrieben. Nein und ich glaube,
viele merken es ja auch, viele merken es ja selbst, wenn sie die Bibel lesen, ihnen fallen ständig diese Dinge ein und sie beschäftigen sich damit und was eben häufig passiert, biblische Texte, Christentum, Religion, christliche Ethik wird natürlich hineingezogen in solche Debatten. Bei manchen kann man sagen, instrumentalisiert, andere würden sagen, nein, nein, das inspiriert mich nur, bei anderen ist es vielleicht auch ein sinnvolles reflektiertes Wechselspiel. Ich glaube, es läuft immer mit und ich finde zu jeder Hermeneutik, Hermeneutik sind Theorien, wie verstehen und auslegen funktioniert, zu jeder Hermeneutik gehört es dazu, eigenen Ausgangspunkt, eigene Prägung, eigene Agenda, eigene Überzeugungen mitzureflektieren, so um zu sehen, da und da komme
ich her, das und das liegt mir im Herzen, das liegt mir erstmal, ist mir erstmal fremd, was da steht, das spricht mich total an. So und dann kann man ein Stück weit auch daran arbeiten zu sagen, aber das soll mich jetzt auch nicht komplett beeinflussen und unfähig machen, ganz schlicht zu fragen, was steht denn da. Ich möchte für beides plädieren, zum einen Bibel lesen, immer reflektiert, wo stehe ich denn, was prägt mich, so was, was beschäftigt mich auch sonst und dann bitteschön aber auch zu sagen, also okay, ich habe mich reflektiert, ich möchte jetzt trotzdem einfach mal versuchen zu verstehen, ich ahne, dass das wird jetzt hier keine 100 Prozent Nummer, aber ich will dem Text in jeder Hinsicht die Chance geben, mir zu widersprechen, mich zum Lernen zu bringen, mir Neues zu eröffnen, also meine Prägung kann ich jetzt nicht für sakrosank erklären, ich will in ein Gesprächsprozess mit dem Text und dafür muss ich hören und hören und
hören und nochmal hören und ich habe mich reflektiert, ich werde es auch wieder machen, wenn ich das auslege, mache ich es auch wieder und so. So, das war die Einleitung und mit dieser Reflexionsübung, ihr werdet euch alle auch gescannt haben und geguckt haben und wir haben es ja heute morgen auch schon erlebt bei so Texten, Gleichberechtigung der Geschlechter und ähnliches, naja, irgendwelche Meinung hat man schon und dann steht da was in der Bibel und dann wollen wir mal schauen, wie man damit umgeht. Die Frage ist natürlich nun, wie steht Paulus denn zu all diesen Fragen? Also kann man den jetzt so einfach vereinnahmen, ist das eigentlich ein klarer Fall, dass man jetzt hier auch sagen könnte, jetzt so zehn Minuten, 20 Minuten Auslegung und dann glasklar, im Namen des Paulus Gruppe A und B, ihr seid alle Ketzer und Gruppe C ist die einzige Möglichkeit heute richtig christlich zu sein. Ein bisschen anspruchsvoller wollen wir es uns machen,
wollen wir es uns machen und beginnen nun erstmal mit der Frage, wir haben Liberalismus zum Ausgangspunkt genommen, Liberalismus heute, eine Ethik der Selbstbestimmung, so wo Konsens, Einvernehmlichkeit zentral, wenn nicht einzigartig sind. Ist Paulus denn auch ein Liberaler? Was hat die Freiheit bei Paulus für eine Bedeutung? So und jetzt könnte man auf die Idee kommen und es haben gar nicht so wenige gemacht, zu sagen ja und was für ein Liberaler das ist. Grund hat Paulus den Liberalismus erfunden, das wurde dann noch so ein bisschen so in der Aufklärung und Kant und Mill und haben dann da ihre eigenen säkularen weltlichen Ideen, aber die Substanz des neuzeitlichen modernen Denkens, die Idee der Freiheit ist der Sache nach im Grunde bei Paulus beschrieben worden,
in der Reformation wieder entdeckt so und dann in der Aufklärung wurde das erschlossen für alle, für die politische Ordnung, für die moderne Ethik und Paulus ist der Apostel der Freiheit, auch für uns heute. Es gibt im Umfeld deutschem Idealismus durchaus Stimmen, die das so gesehen haben. Der junge Hegel auch so ein bisschen und so, der war ein bisschen teamautoritär war er auch, aber so in seiner Jugend hatte er da durchaus Anflüge. Nehmen wir das mal als These, nehmen wir das mal. In Marburg war das auch lange Standard, Marburger Bultmann Theologie, da war völlig klar, Paulus ist der Apostel der Freiheit und wenn jemand fragt, ja echt, was so, dann sagt man ja, nun natürlich, paar Bibelstellen mal dafür. Nehmen wir mal ein paar Proof-Texts, also Galater 5. Ihr aber, Brüder und Schwestern, seid zur Freiheit berufen, seid zur Freiheit befreit, so das ist der Punkt,
das ist die Botschaft. Zur Freiheit hat uns Christus befreit, so steht nun fest, lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen. Die ganze Kampf- und Auseinandersetzungs-Situation bei den Galatern ist eine Frage, behaltet ihr die Freiheit fest im Herzen oder lasst ihr euch da durch ein anderes Evangelium verzaubern und euch eure Freiheit rauben? Wir haben gesehen, es gibt viele Ausdrücke und Formulierungen, die Paulus mal hier nimmt oder mal da. Freiheit ist jetzt etwas, das können wir jetzt durch den ganzen Bereich der paulinischen Texte nehmen. Wir hatten hier gerade Galaterbrief. Im zweiten Korintherbrief kann Paulus sagen, der Herr ist der Geist, wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Auch hier sehr starke Aussage, keine Fußnoten,
keine Einschränkungen, wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. So, und diese Dinge ziehen sich durch ersten Korintherbrief. Warum sollte ich meine Freiheit beurteilen lassen vom Gewissen eines anderen? So, meine Freiheit, ich bin frei. Auch ersten Korintherbrief, bin ich nicht frei, bin ich nicht ein Apostel? Paulus kann das für sich zu einem Identitätsbegriff machen. Wieder Galaterbrief, einige Brüder, einige falsche Brüder hatten sich bei uns eingedrängt und eingeschlichen, um auszukundschaften, unsere Freiheit, die wir in Christus Jesus haben und uns so zu knechten. So, und auch im Römerbrief, es geht eben immer wieder darum, keine Verdammnis für die, die in Christus
sind. Das Gesetzesgeist, der lebendig macht in Christus, hat dich frei gemacht. Ja, im Römerbrief dreht er da nochmal richtig auf und sagt, die ganze Schöpfung ist im Grunde gefangen, gebunden, aber auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft, der Vergänglichkeit zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. So, das sind alles klingelnde Thesen, bekannte Ausdrücke. Ich glaube, auch im modernen Protestantismus vertraute Formulierungen, gerne mal als Konfirmationsspruch oder auf Poster und Plakat. Das klingt sehr evangelisch, das klingt sehr schön und jetzt ist das Thema eigentlich geklärt. Also, ja, Paulus ist der Erfinder des Liberalismus. Das ist alles hier tiptop. Und es geht ihm wirklich um Freiheit. So, es gibt ja christliche Strömungen, die sagen,
naja, Paulus hat uns eigentlich nur frei gemacht vom Sündigen. So, und da sagt man, ja, okay, auch, aber wofür hat er uns frei gemacht? Dann würden die sagen, ja, zum Gehorchen. So, wir sind befreit vom Sündigen zum Gehorchen. So, und da gibt es auch eine Exegese und dann macht man das gerne mit Römer 6. Römer 6 ist dann ein geeigneter Text, wer da mal. Ihr habt ja alle so Geräte in der Tasche und könnt heimlich hier den Hinweisen folgen und so. Also, eine Römer 6 Auslegung wäre Freiheit, ja, das meint Herr Paulus jetzt aber nicht irgendwie als Ziel oder so. Nein, nein, wir sind frei vom Sündigen. Wir sind frei auch von der Macht des Teufels. Aber also, was heißt wir sind frei, wir sind befreit zum Gehorchen. So, wir hatten vielleicht, also vielleicht Adam oder jeder Mensch idealtypisch hatte eine gewisse geschöpfliche Freiheit. Die haben wir verspielt, die haben wir
verloren an die Macht des Bösen, an die Verführungsgewalt aller ihr Wege des Menschlichen. Und Gott führt uns raus, er befreit uns aus der Gewalt des Bösen und wir leben jetzt im Gehorsam, im Christus, so in den guten Werken und das ist Freisein. So ist es aber, diese Freiheit ist jetzt nichts für sich. Es ist ein Freisein vom Bösen, aber die Freiheit ist nichts, was wir haben. So, wir sind jetzt einfach frei vom Gehorsam gegenüber der Sünde, frei zum Gehorsam gegenüber Gott und Christus. So, und wenn man genau hinguckt, merkt man, die Freiheit ist jetzt auf einmal weg. So, die ist weg, die ist jetzt eine rein negative Freiheit, Freiheit von, aber da ist jetzt also gar keine Selbstbestimmung, sondern wir gehorchen halt. Wir gehorchen und im Gehorsam gegenüber Gott
sind wir frei von allen anderen Herren. So, das wäre jetzt die Blutgrätsche, die da also diesen ganzen Freiheitsrausch beenden würde. An der Stelle muss man fragen, oh Hoppla, das haben wir jetzt nicht kommen sehen. Ist es denn so, also ist es echt so, dass Freiheit eigentlich nur eine rein negative Bestimmung ist? Frei einfach vom Sündigen und eigentlich ist Gehorsam, Gehorsam das Positive Wort. Nein, das ist eine sehr einseitige krasse Deutung, das so zu machen und die Freiheit einfach ruckzuck aufzulösen und zum Verschwinden zu bringen. Wenn es so wäre, dann macht der ganze Satz ja keinen Sinn. Zur Freiheit hat uns Christus befreit. So, da hätte er ja sagen können, zum Gehorsam hat uns Christus befreit. So, manche verstehen das so, die lesen das so, aber das ist
nicht der Punkt. So, Dinge, die zur Freiheit gehören, also in irgendeiner Weise Entscheidungen treffen, über sich bestimmen. Da gibt es ja durchaus eine ganze Reihe von Sätzen. Also wenn Paulus I. Korinther schreibt, ich rede doch zu verständigen Menschen, beurteilt ihr, was ich sage. So, er spricht den Leuten Urteilsfähigkeit zu. Urteilt ihr, so oder prüft alles, das Gute behaltet. Die Jahreslosung ist ja vielleicht noch so halbwegs vertraut und im Ohr und ihr habt da irgendwie was gehört und so. Man könnte sich es ja auch anders vorstellen. Man könnte sich ja vorstellen, dass Paulus sagt, ich habe tolle Nochten für euch, ihr müsst nie wieder was prüfen. Das ist nämlich sehr anstrengend, dieses ganze Prüfen und Urteilen und sonst wie. Aber dafür habe ich ja hier eine wunderbare Religion für euch. Es ist alles geklärt. Es steht alles in der Bibel. Es ist alles klar.
Sollte da irgendetwas nicht mehr stehen. In der Gemeinde, da gibt es immer irgendwie komischerweise immer einen Mann, aber egal, der weiß es dann. Und wenn der im Namen des Herrn spricht, ihr müsst nichts prüfen. Ihr ruft einfach Amen, Halleluja und seid den ganzen stresslos, den andere haben. Ja, aber nee, ist nicht so. Also prüft, prüft alles und das hier im Gottesdienst prophetische Rede, so der Anspruch, so vom Herrn ein Wort und so. Nee, prüfen. So oder eben erst unter zehn auch, warum sollte ich das Gewissen eines anderen über meine Freiheit urteilen lassen? So, also auch dies Selbstbewusstsein, jemand sagt, ich glaube das ist verboten, was du machst. Oh ja, stimmt, mache ich nie wieder oder so. Nein, wenn du gewiss bist, dann nein, das ist meine Freiheit und denk du so, aber ich denke anders. Punkt. Also einfach zu sagen, Freiheit gibt es gar nicht,
es gibt nur Gehorsam, wir sind befreit zum Gehorsam. Das wäre definitiv zu wenig. Freiheit ist ein starker Begriff. Wo der Geist des Herrn ist, da ist Gehorsam. Nein, da steht da nicht, wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. So, also diese Ansätze in irgendeiner Weise entscheiden, bestimmen, urteilen, Verantwortung, Selbstbeständigkeit, all das mutet und spricht Paulus seinen Leuten auch zu. Und auch schwere Gedanken haben oft ihren Punkt. So, und das muss man an der Stelle jetzt auch dazu sagen. Also die Gehorsamsfraktion, ja, die haut die Freiheit im Grunde ganz aus dem Spiel. Jetzt muss man aber schon sagen,
die Gehorsamsfraktion hat absolut ihren Punkt. Was ist das Wahrheitsmoment der Gehorsamsidee? Ganz schlicht dies. Paulus lässt in all den benachbarten Versen, die ich im ersten Durchgang weggelassen habe, natürlich schon immer wieder anklingen, Freiheit steht nicht für sich. So, Freiheit ist nicht das einzige, was zu sagen ist. Es ist ein zentrales Wort. So ist es wirklich, gehört zur Existenz, wo der Geist ist, dafür sind wir befreit. So, es ist aber eben auch eine Freiheit im Kontext. Und wenn man den Kontext der christlichen Freiheit weglässt, hört es auf, christliche Freiheit zu sein. Dann wird es was anderes. So, und diesen Kontext der christlichen Freiheit müssen wir uns jetzt schon auch noch mal wieder näher anschauen. So, da wo Paulus die
Freiheit stark macht, gibt es ja immer einen besonderen Zusammenhang. Gerade in Galatien ist es ein Riesenthema, Kapitel 5, wenn ihr euch das da anschaut. Da gibt es Leute, die sagen, du kannst, so wie du bist, als Christ aus den Heiden, aus den Nationen, nicht einfach zum Gottesvolk hören, ohne dass du dich beschneiden lässt und ohne dass du Speisevorschriften, Reinheitsvorschriften hältst. Das muss so sein. Das ist die Bedingung. Das ist die Heilsbedingung. Ohne geht es nicht. So ist in dieser Konstellation, sagt Paulus glasklar, nein, so nein, ihr habt Christus verloren. Ihr seid aus der Gnade gefallen. Wenn ihr für euren Heilstand, wenn ihr für eure Zugehörigkeit zu Christus solche Regeln euch aufzwingen lässt, nur weil manche euch Druck
machen und euch drohen, dass ihr eure Zugehörigkeit zu Christus verliert, wenn ihr das nicht macht. So, da gilt ganz klar, Zugehörigkeit zu Christus entscheidet sich für euch nicht an der Beschneidung. Gehorcht denen nicht. Werdet nicht der Menschen Knechte. Hier standhaft bleiben. Nicht sagen, ja, komm aus, nichts lieber, also mir ist es egal, Beschneidung, ja, kein schöner Gedanke, aber geht vorbei. Also, ah, um des lieben Friedenswillens komme ich da durch, da sagt Paulus. Nein, nein, also hier wirklich jetzt mal standhaft bleiben. Das ist eine prinzipielle Frage und hier Team Freiheit und nicht People Pleaser, nicht Appeasement, nicht Kompromiss. So, nicht sagen, na, wenn jeder zweite von uns sich beschneiden lässt und so. Nein, fang nicht damit an. Also, hier nicht gehorchen und nicht bequatschen lassen und einfach sagen, nein, das machen wir nicht. So,
und dann macht Paulus aber auch deutlich, also an dieser Stelle ist jeder Kompromissfehl am Platz. So, und er beschreibt dann aber auch nochmal Kontext der Freiheit. Das ist im Galaterbrief, Vers 13 folgende. Am Anfang, Vers 1 hieß es, so Freiheit hat uns Christus befreit. 13 greift er das wieder auf. Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein seht zu, dass ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt, sondern durch die Liebe diene einer dem anderen. Das ganze Gesetz ist in dem einen Wort erfüllt, in dem Liebe deinem Nächsten wie dich selbst. Wenn ihr euch untereinander beißt und frisst, so sieht zu, dass ihr nicht einer vom anderen aufgefressen werdet. Das ist ein interessanter Zusammenhang. Hier wird der Kontext beschrieben in diesen drei
Versen auch recht präzise. Also er schränkt das nicht ein. Er sagt am Anfang nicht, ihr seid zur Freiheit berufen, zu so ein bisschen Freiheit. Ein bisschen Freiheit habt ihr, aber es ist eine eingeschränkte Freiheit. Eine eingeschränkte Freiheit, das und das und das geht nicht. So, das ist nicht die Paulinische These. Es geht ihm nicht um eine relative Freiheit. Ein bisschen Freiheit habt ihr, aber auch viel Gehorchen. Nein, das ist nicht der Punkt. Ihr seid zur Freiheit befreit. Punkt. Die Freiheit hat Lebensbedingungen. Die Freiheit hat Existenzbedingungen, die ganz schlicht wahrgenommen werden wollen. So und er macht es dann hier so deutlich. Seht zu, dass ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt. Dem Fleisch. Das ist gerne missverstanden worden
in der christlichen Geschichte. Man hat das dann so missverstanden. Eija, aber stimmt, ich bin ja böses Fleisch. Mein Körper, mein Leib ist voller sündlicher Begierden und Eija, das ist natürlich ein Job. Das ist schlimmer als Flöhe hüten. Ich muss natürlich zusehen, dass ich all diesen schrecklichen, furchtbaren Begierden meines verdorbenen Fleisches eigentlich jetzt komplett widerstehe. Das heißt, das mit der Freiheit war doch nur ein kurzer Traum. So ist es nicht gemeint. Das ist nicht der Punkt. Das ist nicht die Paulinische Sicht, dass der ganze Körper ein unkontrolliertes, teuflisches Bedürfnis Produktionsprogramm ist, wo ich im Dauerstress im Grunde stehen muss. Fleisch und Geist. Paul ist häufig als Gegenbegriffe und jetzt sehr schlicht runtergebrochen, kann man sagen. Es geht entweder um ein Leben im Geist in Gemeinschaft mit Gott.
Und das heißt für die Christusgläubigen immer ein Leben in Christus. So und Fleisch wäre, sagen wir, ein egozentrisches, ein auf sich bezogenes, ein in sich verkrümmtes Dasein. Halt ein Leben nicht in Kontakt, nicht in Beziehung, nicht in Gemeinschaft mit Gott. So und das konnotiert er dann als ein, ja, einander fressen und beißen wollen. Also als ein egozentrisches asoziales Verhalten, wo Menschen in diesem Ich-Mir-Mein-Mich-Denken befangen sind und sich nicht in Beziehung, nicht in Gemeinschaft oder Verbundenheit sehen. Diesen Gegensatz macht Paulus stark. So, das heißt, die Freiheit ist eine relationale Freiheit. Es ist ein Befreitsein, eine Freiheit in Christus, eine Freiheit im Geist,
eine Freiheit in diesem Beziehungsraum der Gnade Gottes und der Liebe Gottes. Und als relationale Freiheit ist es auch eine soziale Freiheit. Eine soziale Freiheit, wo der freie Mensch weiß, allein bin ich nicht frei. Es gibt keine Alleinigkeitsfreiheit. So, wenn ich komplett von allem frei bin, völlig losgelöst von der Erde wie Major Tom, ja, das ist so schön, solang das Lied dauert halt, so lang ist er schön, aber jenseits der Schwerkraft ist gar nicht so geil. Also, möchte keiner sein, ehrlich gesagt. Völlig losgelöst von der Erde ist drei Minuten dreißig ein Traum, fantastische Aussicht und dann aber keine Anbindung, keine Schwerkraft, keine
Gravitation, kann es nicht navigieren, also gar nichts. Also all unsere Bewegungsfähigkeit, Handlungsfähigkeit, Sprachfähigkeit, Bewegungsfreiheit, all das ist ja sozial konstituiert. So, der völlig losgelöste Mensch ist absolut unfrei. Er kann nicht durch Reden, durch Handeln, noch durch Bewegung in irgendeiner Weise über sich bestimmen. So, er ist einfach atomistische Existenz, hat ja gerade keine Handlungsfreiheit. So, Freiheit ist immer Freiheit in einem Kontext. Christliche Freiheit, also relationale Freiheit und soziale Freiheit im Miteinander, im Umgang mit anderen. So, und an der Stelle, ja, hat die Gehorsamsfraktionen auf dem Weg des Irrtums, sage ich mal, aber natürlich ihre richtigen Sätze. So, es ist
ja richtig dann zu sagen, Freiheit christlich meint schon dies, Freiheit von der Sünde, Freiheit vom Tod, Freiheit von den Mächten des Verderbens. So, also es geht schon um eine solche Freiheit. Es geht nicht um eine Freiheit von Christus, so es geht nicht um eine Freiheit vom Nächsten. Es geht nicht um eine Freiheit im Sinne von ich mach mein Ding, egal was die Schmachmaten da sagen, das interessiert mich alles gar nicht oder so. Das ist nicht die Idee. So, es ist immer Freiheit in Christus mit und für andere. So, und das ist keine Einschränkung der Freiheit, Logik ist jetzt nicht, du kriegst Freiheit, aber eingeschränkte Freiheit, nein, das ist die Wirklichkeit der
Freiheit. Die wirkliche Freiheit ist gerade frei in den Räumen, die in Beziehung und in Gemeinschaft erschlossen sind. Eine spannende Frage ist nun die ganz schlicht, wie verhält sich die Freiheit zum Gesetz? Zum Gesetz, sind wir vom Gesetz frei? So, sind wir von den Maßstäben frei? Der Bibel, so der Kirche, des Glaubens, so oder müsste man sagen, ah ne, und davon seid ihr übrigens auch nicht frei, natürlich müsst ihr alles machen, was so geboten ist. Das ist eine große Debatte, die in der Reformationszeit ja auch schon so geführt wurde. In der Reformationszeit wurde sie zunächst mal in allen reformatorischen Strömungen klar und deutlich geführt, Freiheit von kirchlichen Satzungen. Das war der Ausgangspunkt und das ist in Wittenberg und in Zürich und in Genf und überall erst mal das Thema gewesen. Kirchen haben für sich beansprucht zu sagen,
genau wir gehorchen alle Gott und wir als Kirchen, wir helfen euch auch, dass ihr das richtig macht und mit Gewissheit, wir helfen euch und wir geben euch noch so paar extra Regeln und paar extra Satzungen und Gott will das auch. Gott hat uns diese Freiheit gegeben. Gott hat dem ersten Papst Petrus im Grunde gesagt, was du lösen wirst, das ist gelöst und was du binden wirst, ist gebunden. Das ist so schön, dass ihr euch alle gar nicht so viele Gedanken machen müsst. Ihr gehorcht einfach uns allen, dann gehorcht ihr auch Gott. So und das war der Ausgangspunkt, Reformation, reformierte Lutherische, alle haben an der Stelle gesagt, Freiheit, Freiheit von den kirchlichen Satzungen, Freiheit von diesem ganzen Zeugs, was uns da aufgezogen ist. So und dann gab es aber immer wieder auch Diskussionen. Es gab dann die ersten, die gesagt haben, genau und jetzt leben wir komplett
nach der Bibel und absolut biblisch und sonst nicht, sodass früh die Frage da war und was ist denn mit den Geboten der Bibel? So und gerade in der Reformation gab es dann eine starke Tendenz, das Unterschied ist stark durchgebrochen, zu sagen, na was steht da im Römerbrief, Römer 7, Vers 6, nun aber sind wir vom Gesetz frei geworden und dem gestorben, was uns gefangen hielt, sodass wir dienen im neuen Wesen des Geistes und nicht im alten Wesen des Buchstabs. So und in der reformatorischen Bibelauslegung nahm man das alles dann zusammen und sagte, hier steht das so und zweiten Purinter 3 wieder der Buchstabe, der tötet, der Buchstabe knichtet, die Gebote, das Gesetz, das gilt nicht mehr, so wir haben nicht mehr die 613 Gebote des Judentums und so, das ist alterbunt, so Luther konnte sagen, die Torah, das ist der Judensachsenspiegel, Sachsenspiegel klingt
jetzt gar nicht despektierlich, es ist einfach das Gesetzungsgrundlage in Kur Sachsen gewesen, aber jeder wusste, bist du in Kur Mainz, interessiert kein Menschen, was im Sachsenspiegel steht da, da musst du in Kur Mainz gucken, was da gilt, so in Erfurt, ja, egal, jetzt zählen andere Dinge, so und davon war Luther zum Beispiel überzeugt und auch in der Reformation ist es eine starke Auslegungs-Tendenz, die Gebote, die Torah, die Regeln, wir sind frei davon, sind wir total absolut frei, nein, wir haben geklärt, dass absolute Freiheit Nonsens ist, so, aber es gab da eine Tendenz zu sagen, christliche Freiheit, wie genau sagt das Paulus hier, ja, Paulus sagt doch im Grunde klar und eindeutig Liebe, das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, so und das galt in der Reformation als christliche Freiheit, so
wir sind frei von allen Regeln und Gesetzen, von allem Geschriebenen und von der ganzen Torah, wir haben nur ein Gebot, Nächstenliebe, Johannesevangelium, ich gebe euch ein neues Gebot, liebt einander, so liebe und tu was du willst, ist Augustinus und 613 Gebote loswerden und nur eins behalten, klingt erstmal nach einem schönen Tausch, das klingt nach einem guten Deal, ist das das, was Paulus meinte, ist das das Angebot, dass er sagt, die Torah, das könnt ihr jetzt alles vergessen, ihr habt das da alles oft gelesen, war alles überflüssig, war viel verschenkte Lebenszeit, liebt einander und lasst das alles mal weg, so es ist heute Konsens und ihr habt auf der Tagung, das in vielen Vorträgen immer wieder mal gehört, das ist nicht so, so das wäre ein anderer Paulus, das wäre eine Paulusidee,
die in der Reformation anfängt, die aber dann auch im 19. und 20. Jahrhundert stark gemacht wurde, das ist doch eine alte Marburger Idee, Bultmann war absolut der Meinung zu sagen, alle Gebote, alle Gesetze, das alles, passt alles gar nicht und so, wir sind frei, Freiheit eines christlichen Menschen, Liebe, die Liebe ist die einzige Forderung der Ethik und des Gewissens und wer in der Liebe lebt, der macht keinen Fehler und der macht tausend Dinge richtig, tausendmal besser, als wenn er sich an allem anderem orientieren würde und all das halten würde. Nein, hier haben wir inzwischen in der Exegese dazugelernt, das ist keine paulinische Front, das ist nicht diese Auseinandersetzung, die Paulus führt, die Werke des Gesetzes in der Auseinandersetzung in Galatien, da geht es jetzt
nicht darum, ob die zehn Gebote irgendwie noch was taugen oder weg können, so es ging immer um die missionstheologische Frage, was ist mit denen aus den Nationen, gilt für die auch Beschneidung und Speisevorschriften, müssen die im Grunde allen Gesetzen folgen, die dem Volk Israel gegeben sind oder nicht? So und an dieser Stelle sagt Paulus, nein, also diese Bundesregeln, diese Weisungen, die die Identität Israels beschreiben in Abgrenzung von allen anderen, das müssen die aus den Nationen nicht übernehmen. Die andere Frage also gilt denn noch, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht Ehe brechen, du sollst nicht falsch Zeugnis reden und was es noch alles gibt, da gibt es im ganzen Neuen Testament nicht mal die Idee zu sagen, ja ne, das ist jetzt auch alles
Quatsch. Das ist so selbstverständlich noch gültig, dass da nicht mal ein Kapitel zu aufgemacht wird. Hier und da reagiert Paulus auf ein Missverständnis, ob das Gesetz jetzt Sünde ist und sagt, das ist doch ein Quatsch, das Gesetz ist heilig gerecht und gut, das Gesetz ist zum Leben gegeben, also die Gebote des Gesetzes, all das was nicht typisch jüdisch ist, was typische Ausdruck jüdischer Identität ist, das ist für Paulus natürlich noch gültig. Das könnte man fragen, ja aber mit der Liebe? Also es klang jetzt eigentlich ganz nett mit der Reformation zu sagen, die Liebe allein gilt. Ja, da wissen wir heute auch besser als früher, das ist ja auch eine jüdische Idee, das ist ja auch bei den Rabbinen Diskussionen, das ist Rabbi Hillel und im Grunde, wenn man sich's anschaut, auch bereits
in der Prophetie, auch die alttestamentlichen Propheten setzen ja schon Schwerpunkte und sagen Barmherzigkeit, das will ich, Barmherzigkeit und nicht dies und das und nicht Opfer und Gottesdienste und so weiter. Das ist alles schön, aber wenn ihr all das macht und unbarmherzig seid, dann habt ihr die Prioritäten versaut, dann habt ihr die Maßstäbe verloren. Also einen besonderen Fokus zu sagen und alle Gebote, alle Regeln lassen sich zusammenfassen im Gebot Liebe Gott und im Gebot Liebe deinen Nächsten. So und man könnte jetzt zwei, drei andere Sachen dazu nehmen, goldene Regel, so wie du von anderen behandelt werden willst, so behandeln andere auch. Barmherzigkeit ist wichtiger als vieles andere. Trachtet nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit von Jesus, so wird euch alles
andere auch zufallen. So diese Zuspitzung auf zentrale Werte, die in den Geboten, in den einzelnen Satzungen entfaltet werden, angewandt werden auf bestimmte Fälle, das ist für Paulus die entscheidende Idee und da steht er auch ziemlich selbstverständlich inhaltlich sehr nah bei dem, was für die meisten Juden eigentlich auch selbstverständlich war. Jetzt könnte man an der Stelle sagen, ja aber kriegen wir da nicht Probleme? Also wenn wir jetzt sagen, so vieles was in der Thora gilt und so, also ich komme aus einer Gemeinde und da wird das auch so gesagt, dass in der Thora doch alles auch ganz wichtig ist für uns und die hatten dann da eben auch immer so, da durfte über alles was mit Sex zu tun hatte und so, war nicht ganz klar. Da haben die gesagt, so und so und so hat Gott das beschrieben, das ist der Wille
Gottes, das sind die Ordnung, daran hältst du dich und komm jetzt nicht mit der Freiheit des Glaubens und erzähl mir nichts vom Evangelium, das ist in der Bibel doch ganz klar, dass wir in diesen ganzen Punkten gehorsam sein müssen und im Namen der Glaubensfreiheit sich vom Gehorsam gegen den Willen Gottes selbst frei zu sprechen, ja das geht gar nicht. Es ist böser, schlimmer Liberalismus und da lasst euch mal bloß nicht bequatschen. Ist das am Ende auch wieder richtig, ist das paulinisch, müsste man dahin wieder zurück, ich frag rhetorisch, ich frag rhetorisch, nein, nein, aber man muss sich jetzt mal das näher anschauen, wie hat man denn solche Fragen geklärt, wie hat man geschaut, wie geht man mit Geboten und Ordnungen um. So und da ist es bei Paulus und da ist es im Judentum und
da ist es durch die ganze Kirchengeschichte hindurch immer klar, es gibt Maßstäbe, es gibt Gebote, es gibt Regeln, so und dann musst du in der konkreten Situation ganz schlicht schauen, wie diese Gebote in dieser Situation richtig angewandt werden können. Es geht nicht einfach darum, Gebote jetzt durchzusetzen, durchzudrücken, sondern Anwendung ist eine Herausforderung. Richtige Anwendung ist eine erhebliche Challenge, da kannst du nicht einfach dich zurückziehen auf es steht geschrieben. Da gilt, wie wir es auf dieser Tagung jetzt oft gehört haben von Katy Ehrensberger, es kommt immer drauf an. So es kommt bei jeder Regel drauf an, wie sie ursprünglich
formuliert ist, was gemeint ist, was adressiert ist und ob du sie in einer bestimmten Situation so oder so oder anders zu Geltung bringst. Also nehmen wir Sabbatfragen, das spielt ja bei Jesus eine riesen Rolle und das war diskutiert. So und da denken wir heute nicht mehr in so falschen Gegensätzen wie die Juden, die waren sehr gesetzlich beim Sabbat haben die echt gesagt 24 Stunden fris und wenn da einer ertrunken ist, haben sie ja da kann es nichts machen, das ist der Wille Gottes, ist Sabbat, hab ich keinen Finger. Nein, also ist eine riesen Diskussion in allen jüdischen Epochen und Kreisen, dass sie sagen, also Sabbat heißt erst mal Füße stillhalten, tut allen auch gut, hilft gegen Nervosität, hat man nicht so schnell Burnout, wäre eine super Sache, kann man darüber nachdenken und wenn du ein Ertrinken hörst, natürlich rennst du, kannst du gar nicht darüber diskutieren. In dieser Situation ist doch völlig klar, dass nicht stillhalten angemessen ist,
wenn ein Mensch in Not ist, hilfst du ihm. Ja und wenn meine Kuh irgendwie gestürzt ist in eine Kuh, ja hilf ihr, ja lauf, ja geh, selbst mit den Tieren sind wir barmherzig. So es war immer die Frage, was gilt im Konfliktfall, so was gilt in der bestimmten Situation und diskutieren konnte man dann über Fragen der Angemessenheit. Insofern bei Jesus haben wir ja dann Fragen, also er heilt Leute am Sabbat oder Ehrenraufen am Sabbat, dass du am Sabbat auch mal den Ruhemodus verlässt, das ist normal, die Frage ist, war er da zu großzügig? Also jemand, der seit Jahrzehnten irgendwie eine verdorrte Hand hat, aber nicht die ganze Zeit schreit vor Schmerz, hätte man ja auch sagen können, heute ist Sabbat, ich sehe deine Not morgen, morgen ist eine schöne
Gelegenheit, ich kann das, ich kümmere mich, heute kommst du auch noch klar, hast du die ganze Vorfreude noch zum Genießen morgen heiligt. Das ist sofort, da haben die Leute auch gedacht, ja Moment, wie? Warum? Das ist Provokation, da provoziert er uns, das war kein akuter Notfall, das war super chronisch und nicht akut, schmerzhaft, das hätte er morgen toll hingekriegt. Oder Ehrenraufen am Sabbat, waren die da vor 40 Tage in der Wüste und wären die gar nicht mehr angekommen oder war jetzt einfach, wir hatten Bock einfach, wir hatten total Bock und da kannst du nichts machen, da können Männer sich einfach nicht beherrschen oder so. Das ist der Punkt, war es angemessen? Und da kannst du diskutieren und das sind ja auch komplizierte Fragen, weil es dann immer Frage ist, messianische Zeit, Heilzeit, ist jetzt noch fast ein Sabbat, der Menschensohn, Herr über den Sabbat, also komplizierte
Fragen, aber das grundsätzlich darüber diskutiert werden kann, das ist völlig selbstverständlich, es ist immer die Frage, wir haben die Regeln, wir haben die Gebote, so und dann sind wir alle eine große Diskussion und Quasselbude, wo wir schauen, wie wir die Regeln vermitteln mit der Situation, was ist der Fall und den Konsequenzen von so oder anders handeln. Nehmen wir die üblichen verdächtigen Fragen, auf die man an dieser Stelle immer wieder mal kommt, so man kriegt es ja leider mit, man wird so gerne über andere Themen als über sexualethische immer wieder mal ein paar Worte verlieren, aber jetzt haben wir schon über Politik, wir haben so viel paar Minuten Sexualethik, können wir immer noch mal machen. Es ist ja in der weltweiten Christenheit so, dass es überall knirscht, so und da gibt es manche, die dann eben, wo die das kirchliche Lehramt sagt, ja,
aber Gott hat sich da echt was überlegt mit Mann und Frau, alles andere will er nicht, Punkt. Kann man jetzt überlegen, ob man darüber diskutieren will, wir empfehlen es euch zu lassen, Gott will es nicht, also lasst ihr es alle. So, lange ewige Diskussion. In der konkreten Situation war das aber natürlich dann auch nicht hinreichend, also ausgucken, was haben die Kirchen dann gesagt, so in den letzten 100 Jahren? Ja, denen ist viel eingefallen. Jahrzehntelang haben sie gesagt, Lust auf einen Menschen des gleichen Geschlechts ist genau dasselbe wie Lügen wollen, Stehlen wollen, Morden, Quälen wollen, es ist eine böse Lust, es ist eine falsche Lust, ersticke sie in dir und leb einfach normal. Liebe einen Menschen des anderen Geschlechts, in einem schmalen Kurridor
kannst du auch ein bisschen Lust haben mit dem und alles andere sind böse falsche Lüste. Das heißt, die These war ganz schlicht, es sind halt bösartige Versuchungen, denen du genauso widerstehst wie der Lust zum Lästern oder Lügen und hast du dich daran gewöhnt, bist du eine Lästergeübte Person geworden oder lügst, du gibst, du anständig, je tiefer du drin bist, desto schwieriger ist es, die Lust am Lästern zu verlieren, aber eben ist mit allen Sünden so, ist immer so. So und als dann manche sagten, ja aber es ist meine Natur, also es gehört zu mir, es ist Teil meiner Identität, haben diese Kirchen gesagt, nein falsch. Wir wissen, dass es das nicht gibt, das gibt es gar nicht. So und das war knapp 100 Jahre lang kirchliche Lehre, es gibt, gibt es nicht so etwas wie homosexuelle Identität oder Anlage. Irgendwann haben sie gesagt, ja oder vielleicht doch, vielleicht gibt es das doch, aber dann ist es eine Störung und wir
haben Vertrauensärzte, wunderbare Ärzte und so vom Vatikan erprobt oder in Evangelikalien tief mit dem Geist gesalbt und so, die können da was machen. So und jahrzehntelang war im Grunde klar, ja ist eine Störung. Manche werden auch in der Schule verdorben von unsüchtiger Werbung und so, aber für andere ist leider eine Störung und so. Es gibt wunderbare Therapien. Es kann zwar etwas dauern, aber das geht weg. Das geht weg, wenn du wirklich glaubst, wenn du wirklich willst, wenn du dich wirklich reinkniehst, kriegen wir das weg und dann, dann wirst du fast wie neu, ein bisschen bleibt immer hängen. Leute mit scheiß Kindheit bleibt auch immer was hängen, aber im Großen und Ganzen kommst du klar. So und man hat Generationen von Menschen durchgezwungen durch erniedrigende, schädliche, manchmal tödliche therapeutische Bemühungen. So und irgendwann stellen
die sich dann heute hin und sagen, es gibt tatsächlich Menschen, die sind offenbar homosexuell, die hat Gott zu etwas ganz Besonderem berufen, einfach zu zeigen, wie glücklich das Leben ohne Partnerschaft sein kann in der Gemeinschaft der Kirche und wir helfen euch, wir sind alle eure Freundinnen und Freunde. Weihnachten, ihr könnt ja sagen, wenn ihr zu einsam seid, wir fangen euch da auf und einfach wegdrücken. Einfach Zölibat für den Herrn, für den Herrn schafft ihr das. So und die, die jetzt da sind, überlegen aber nicht, also kommen nicht an den Punkt zu sagen, sag mal, haben wir nicht vor 30, 40 Jahren noch gesagt, das gibt es gar nicht. Also haben wir nicht in unseren Zeitschriften und Büchern und überall gesagt, es gibt keine Homosexualität und haben wir dann nicht, als wir es gemerkt haben, dass wir irren, gesagt, dass man das heilen kann und warum sagen wir jetzt,
nee, das kann man nicht heilen, das muss man einfach aushalten, bis halt allein bis zum Tod, mein Gott, was soll es. Also vielleicht lagen wir falsch vielleicht und könnte man sich da mal entschuldigen und könnte man darüber nachdenken, das passiert nicht. Ich sehe da keine Ansätze, so dass hier eine kritische Reflexion stattfindet. Man hat nicht einfach das Gebot hochgehalten, welches eigentlich genau, also wo steht, du sollst heiraten, egal wie du dich fühlst oder so, man weiß nicht mal, welches Gebot. Man hat vermeintlich angewandt und Aussagen über die Wirklichkeit getroffen und hingenommen, dass Menschen daran zugrunde gehen und tut jetzt so, als wäre Gott allein schuld. So als wäre es nicht eine fatale Fehlanwendung von Geboten gewesen. Es war Ignoranz gegenüber der Situation und Kälte gegenüber den grausamen Folgen,
die das für viele hatte. Das ist das Problem. Und auf der anderen Seite war es nicht die Idee zu sagen, ja in der Bibel steht vielen, jetzt machen wir mal den Bibelbastelbogen auf und schneiden da ein paar Sachen raus. Man hat ganz schlicht gelernt, jahrzehntelang gelernt und übrigens nicht sehr schnell, sondern langsam, dass sich bestimmte biblische Verse nicht anwenden lassen auf unsere Zeit. So und das hat spätestens vor 60, 70 Jahren angefangen, wo viele gemerkt haben, in den Kirchen Menschen, die nicht anders können, als sich zu verlieben in Menschen des gleichen Geschlechts, da so zu tun, als wüssten wir das immer schon und hätten eine Antwort und ein Plan und das würde alles gut werden, ist vermessen. Hier müssen wir auf diese Situation schauen,
haben wir dafür eine Einordnung, haben wir dafür Anweisungen und können wir die Konsequenzen davon vorhersehen, verantworten und sagen, ja muss jetzt so sein, da musst du durch. So oder müssen wir sagen, diese Regeln, so die haben da ihren Sinn und je mehr man das historisch angeschaut hat, merkte man auch, es geht immer eigentlich um sehr asymmetrische Beziehungen mit Gefälle, mit einer Schieflage, da kann man auch kritisch drauf schauen, das ist da angemessen gewesen. Heute sind wir in einer anderen Situation, haben es mit einer anderen Wirklichkeit zu tun, es funktioniert hier nicht. So es lässt sich nicht anwenden, hier greifen wir schlicht zurück, worauf genau, nicht auf jeder macht was er will, wird schon gut sein, sondern auf es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Menschen sehen sich nach Partnerschaft, Liebe ist ein Geschenk,
eine Gemeinschaft, eine Liebesgemeinschaft, miteinander ist eine Gabe und Berufung Gottes, die kultiviert werden kann in Rücksicht und Vertrauen und Treue und Respekt und das ist gut und das können wir in der Kirche segnen, weil das etwas ist, was der Schöpfer uns mitgegeben hat und was unser Leben zu blühen bringt. Wir tun es nicht, obwohl es verboten ist, sondern wir tun es im Bewusstsein der Verheißungen und Gaben Gottes, die er uns mitgegeben hat. So wir machen es nicht anstelle von Bibelgehorsam, sondern wir versuchen den Weisungen zu gehorchen, die dem Leben dienen, so beschreibt Paulus Gesetz. Und für diese Frage geht es ganz schlicht um richtige Auslegung,
richtige Anwendung. So es ist halt schief, wenn manche sagen, wir halten uns an die Gebote der Bibel, andere suchen sich aus, was sie für sie gilt, den Rest schmeißen sie aus dem Fenster, es geht nicht darum, Dinge aus dem Fenster zu schmeißen, es geht immer um richtige Anwendung. So und in diesem Zusammenhang gehört jetzt auch die Zuspitzung auf die Liebe. Die Liebe ersetzt nicht die Gebote, sie ist ein Schlüssel zum rechten Verständnis aller Gebote. Die Liebe ist bei Paulus ein Anwendungsprinzip, so schon in der jüdischen Diskussion. So also Liebe statt Gebote ist einfach eine Schieflage. Alle Gebote in Liebe, das ist eine Richtungsanzeige und da gehört eben jetzt auch noch eine gewisse Weisheit zu. Ich möchte an der Stelle Galater 5 jetzt ein bisschen weiter
verfolgen. So wo Paulus am Anfang ja bringt, lebt in der Liebe, so er ergänzt dies dann auch durch die Formulierung lebt im Geist. Am Ende von Galater 5 geht Paulus dann noch mal sehr schön durch, Leben im Geist, Leben im Fleisch, also Leben entweder selbstbezüglich und egozentrisch oder Leben in Verbindung in Beziehung zu Gott und dem Nächsten in Liebe. So und er beschreibt dann, wo führt es denn hin? 5,19 folgende Galater. Offenkundig sind die Werke des Fleisches. Alster sind Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feinschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zwang, Zwietraft, Spaltung, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen. So von denen sagt Paulus, das ist nicht reich Gottes kompatibel. Wenn wir uns diese Liste des Schreckens
vergegenwärtigen, diese Liste des Schreckens ist auch nicht freiheitskompatibel. So in einer Welt der Feinschaft, der Eifersucht, des Neidens, der Verschwendung, der Genusssucht, der Grenzüberschreitung, der Aggressivität. So das ist eine Welt, die Ängste schürt, die Spaltungen schafft. Auf all diesen Wegen wird Freiheit zerstört, wird Liebe erstickt. So diese Welt, diese Früchte sind weder Freiheits noch liebeskompatibel. Es sind selbstbezügliche, verkrümmte Lebenshaltungen, die eben nicht aus Gott sind. So Paulus stellt dem gegenüber, die Frucht des Geistes ist Liebe, nicht zufällig auf Platz eins, Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue,
Sanftmut, Keuschheit. Und dann sagt er was ganz Wichtiges, gegen all dies ist das Gesetz nicht. Das klingt erst mal ein bisschen lapidar, so gegen dies ist all das Gesetz nicht. Ja hat dem Gesetz ja auch keiner unterstellt. Jetzt muss man den Zusammenhang sehen, Paulus ist in dieser Konfrontation, die einen sagen, so hier, was da läuft in der Paulinischen Mission geht gar nicht. Hier werden Menschen in die Gemeinde aufgenommen, die leben nicht nach dem Gesetz. So und wenn du nicht das ganze Gesetz, Beschneidung, Reinheit und so, hast du irgendwo das Gesetz gebrochen, bist du am ganzen Gesetz schuldig geworden. Also Paulus ist ein Verräter des Gesetzes. Es ist eine gesetzlose Mission, die er betreibt und Gesetzeslos ist gottlos. Paulus hat dieses Stigma aufgedrückt bekommen. Er ist ein Feind des Gesetzes. So und er hat jetzt die Herausforderung, zum einen zu sagen,
ich bleibe standhaft, ich werde mich euch nicht unterwerfen, denn es geht hier um die Freiheit in Christus. Zum anderen möchte er natürlich schon klarstellen, nein, ich bin nicht gegen das Gesetz. So ich bin jüdisch, ich lebe in der ganzen Toura. Mein Punkt ist, ich glaube an Christus und ich weiß, die nicht aus dem Judentum sind, für die gilt vieles ebenso auch nicht, aber natürlich ist das Gesetz entscheidend. So und darum geht es in diesem Nachwort, wenn Paulus sagt, gegen all dies ist das Gesetz nicht. Dann macht er den Punkt, ein Leben im Geist Christi, ein Leben in der Liebe, das ist ja gerade ein Weg, das Gesetz zu erfüllen. So wir ignorieren nicht das Gesetz. Wer die Früchte des
Fleisches und die Früchte des Geistes anschaut, kann hier im Grunde sehr deutlich sehen, Weg der Gesetzlosigkeit und ein Wandeln in den Geboten. Paulus macht hier nur einen Unterschied oder eine Differenz auf und zwar eine Differenz, die es aber auch schon in der hebräischen Bibel gibt. Also Texte Hesekiel, Jeremiah, die arbeiten ja schon intensiv mit der Frage, Israel kennt die Toura, warum hält es sie nicht? Warum ist es so schwer? So und die Idee bei Jeremiah, Hesekiel ist, das ganze Volk braucht im Grunde eine Beschneidung des Herzens. Es ist immer wieder die Erfahrung einer äußerlichen, oberflächlichen Treue und dann werden Kompromisse gemacht und dann wird Verrat geübt und dann ist man nachlässig. Und im Grunde bräuchte man eine Erneuerung des Herzens
und man müsste im Grunde ja wie neu geboren werden. Neu so mit dem Geist gewaschen und gereinigt und beschneidet und des Herzens. Diese Motive greift Paulus auf und sagt so und darum geht es uns im Glauben an Christus, darum geht es uns, wenn wir vom Geist reden, so ja, Leben in den Geboten, aber zum Leben in den Geboten brauchst du mehr als guten Willen. Du brauchst mehr als die Bereitschaft, die Regeln zu befolgen. Du brauchst auch schlicht die Aufmerksamkeit, zu sehen, was du tust und was du nicht tust, was du anrichtest und du brauchst unter Druck auch den Mut, Dinge zu tun, wenn es einen Gegensuch gibt. Ich möchte diese beiden Punkte mal näher anschauen. Es gibt bei Paulus in den Korintherbriefen, auch im Römerbrief, ausführliche Diskussionen. Was machen wir denn,
wenn wir lang und breit über Essen und Trinken und Speisen und sonst wie gesprochen haben. Jetzt gibt es noch verschiedene Meinungen, aber irgendwie müssen wir klar kommen. Irgendwie ist am Abend Picknick oder so. Wir müssen irgendwie klar kommen. So und Paulus macht es ausführlich. Ich habe das in anderen Worteausforträgen schon ausführlich exegitisiert. Jetzt nur mal kurz. Paulus macht das durchaus sehr differenziert und sagt also bestimmte Dinge, teilnehmen an Veranstaltungen, wo Götzen verehrt wird und Götzen geopfert wird. Nein, no go, bist du nicht bei. Kannst du nicht bei sein. Ist auch ein Beispiel, wo deutlich wird, torah. So, da nehmen wir nicht teil. Da nehmen Christinnen und Christen nicht teil. Wir nehmen nicht an Veranstaltungen teil, wo andere Götter geerdet werden und feiern das als die Freiheit in Jesus. Das machen wir nicht. Wir verweigern uns da. So, dann geht es um Essen und die Frage, und kannst du jetzt was essen, wo vielleicht das Fleisch,
Herkunft ist unklar und dies und das und du kriegst es angeboten und bist da unter soziale Zwänge. Wird viel diskutiert im Diasbucher Judentum. Paulus hat hier eine mittlere Großzügigkeit und sagt, wer wird dir irgendwo was angeboten? Ist, ist. So und wenn du irgendwo kaufst auf dem Fleischmarkt, forsche nicht nach, woher das ist, auf das du dein Gewissen nicht beschwerst. Das ist eigentlich seine Linie, so eine mittlere Großzügigkeit. Also, das Geschaffen ist von Gott da, kannst du essen. So und dann sagt Paulus, aber wenn du dann in eine Situation kommst, wo jemand aus deiner Gemeinde oder aus der Synagoge meintet wegen, mit dem du irgendwie sonst wie Engbiss und der das sieht und daran Anstoß nimmt und jetzt irgendwie das Gefühl hat, er müsste es auch machen, aber eigentlich es nicht einsieht und in Gefahr steht, dass er in Gewissens Turbulenzen gerät, da sagt Paulus, in der Situation tu es nicht. In der Situation, also es wäre
richtig, es wäre regelkonform, wenn man so will. Du kannst es essen, aber wenn die Folge von einem Handeln, was für dich persönlich regelkonform wäre, dass du jemand anders darin leiden machst, dann tu es aus Liebe nicht. Denn du würdest dich am Bruder versündigen, dadurch, dass du deine eigene Freiheit und das, was für dich korrekt wäre, rücksichtslos auslädst. So und das ist ja ein superspannendes Beispiel. Hier sehen wir, die Liebe ist nicht großzügiger als die Regel. In gewisser Hinsicht ist sie strenger, weil die Liebe immer einschärft, für den anderen mitzudenken, den anderen wahrzunehmen, den anderen zu sehen. Und das ist eine Frage der Aufmerksamkeit. Sehe ich,
wie ich durch mein Verhalten anderen in bestimmter Situation schaden kann, auch wenn mein Handeln vielleicht an sich nicht falsch ist. So, das sind die Augen der Liebe. Und das ist so ein Punkt, hier geht es nicht darum Geist statt Gesetz, sondern natürlich Orientierung an den Geboten, die Thora, es lohnt es immer zu lesen, sie zu kennen, Maß zu nehmen, das alles richtig und wichtig. Und manchmal, manchmal kann die Liebe gebeten, etwas anders zu machen. So und dafür brauchst du aber auch die Aufmerksamkeit, ja auf deinen Nächsten, auf deine Umgebung. So und Ethik ist darin eben mehr als immer der Regel befolgen. Egal was passiert, egal was ist, Ethik ist immer
Aufmerksamkeit auf das, was ich anrichten könnte. Und dazu brauche ich mehr als Regelkenntnis. Dafür brauche ich Situationsverständnis und Augen der Liebe für den Nächsten. So und das gilt auch in Situationen, wo du Mut brauchst. Ich erzähle mal eine kleine peinliche Geschichte. Bin neulich mal Zug gefahren. Zug und es war abends spät, bin spät angekommen und war dann so mit irgendeinem der späten Regionalzüge so und irgendwo in der Provinz und so und dann telefonierte da ein Mann, der Mann telefonierte nicht auf Deutsch und schräg von der Seite wurde er dann auf einmal angebölkt, ich habe das erst nicht so ganz verstanden. Dann hörte ich das aber, da saß dann so ein Mann, so ein, ich weiß auch nicht, 150 Kilo Mensch mit Glatze und er schrie ihn an, dass er die Fresse
halten sollte. Der Mann sagte noch irgendwie was, aber der Mann sagte dann, wenn ein Deutscher mit Glatze dir sagt, halt die Fresse, dann hält einer wie du die Fresse. Ist das klar? Das war die Situation. Da war der ruhig, der mit dem Telefon und alle, die im Zugabteil saßen, waren auch ruhig und ich war leider auch ruhig und der mit Glatze war auch ruhig und die Fahrt ging dann dahin und irgendwann sind die ausgestiegen. Ja und ich weiß es aber leider jetzt noch, weil ich denke, es räut mich, dass ich ruhig war. So und ich wünschte in solchen Situationen, die Geistes Gegenwart zu haben, irgendwie Besseres und mehr tun zu können, als einfach ruhig zu sein und hoffen, dass es jetzt nicht eskaliert. So und ich wünschte, dass es vielen so ging und dass dann der Zug aufsteht und sagt,
Moment mal, so einen Rassismus wollen wir hier nicht hören, du sprichst nicht für uns. So, aber es war eine Situation, wo ich einfach sah, andere Liga, der ist kampferprobt, ich nicht. Möchte ich jetzt nicht versterben, wenn ich dann im Krankenhaus bin, möchte ich auch nicht sagen, ja, aber ich habe wenigstens was gemacht oder so. Nein, irgendwie, also ich kann mich verstehen, dass ich feige war, aber ich bereue auch, dass ich feige war und ich wünsche den Situationen mehr Mut, mehr Fantasie, mehr Weisheit. Die Lösung ist ja nicht, wo hängt der Hammer für den Notausstieg, die Glatze muss da nicht aufstehen, aber da ist ja alles nicht die Lösung oder so. Aber dass irgendwer aufsteht und sagt, hier, das finde ich jetzt echt doof, so Rassismus, also ich widerspreche dem und so kannst du den, dem geht es einfach nicht. Aber ich war in der Situation zu feige, was zu sagen, aus Angst, verstehe mich auch, habe Mitgefühl mit mir selbst, schäme mich trotzdem, es ist doof. So,
und ich glaube, solche Alltagssituationen kennen wir, kennen wir und da merken wir auch, also du kannst wissen, was richtig ist und du kannst antirassistisch sein und im Podcast da öfter auch darüber erzählt haben, es ist sehr schön am Mikrofon immer wissen, also super, schönes Leben, bestes Leben, immer nur wissen, aber Wahrheit ist auf dem Platz, Wahrheit ist im Zugabteil und das Richtige zu tun, in Weisheit und nicht Hauptsache Märtyrer für den Herrn und den Antirassismus oder so, ist nicht die Lösung, aber eben. So und auch das ist Ethik. Ethik ist eine sehr kreative, große Herausforderung, wo wir viel mehr brauchen als Regelbewusstsein. Auch eben Mut, Fantasie, Kreativität, den rechten Ton, das rechte Maß. So und darum geht es Paulus auch, darum lebt im Geist, so lebt im Geist, lebt in der Liebe, nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat,
die ganze christliche Ethik ist von diesem Bewusstsein getragen, es geht um mehr als um das Richtige. Es geht um Liebe, um eine lebendige Kraft, die eben auch das Rechte zu tun weiß und das steht nicht in Büchern und das lernt man auch nicht im Podcast. So und auch nicht im Vortrag. So das lernt man am Ende doch in Verbindung mit dieser Liebe und mit diesem Gott. So wir haben anfangs angefangen, unsere Situationen, Freiheit, umstritten dies oder das. Am Ende des Tages würde ich sagen, eine freie Gesellschaft, wo das Recht des Einzelnen zählt, wo niemand verachtet wird, für sein Geschlecht oder seine sexuelle Orientierung, seine Religion oder seine Herkunft, sein Besitzstand oder sein Bildungsgrad, sondern wo wir alle einander als Gleiche achten
und nach einem Leben in Freiheit streben. Ja, Ende würde ich sagen in so eine Richtung pushen uns die biblischen Texte. Sie tun es nicht mit einem atomistischen Liberalismus ohne Beziehung, ohne Liebe und ohne Gerechtigkeit. Ja, aber noch viel weniger in Ordnungen, die rein autoritär und repressiv sind und wohl auch nicht in Idealen, die absolut fantastisch sind, aber eben manchmal auch in der Umsetzung unrealistisch und fantasielos. Ich glaube, dass christliche Ethik nichts ist, was man auch nur ansatzweise verstecken muss. Wir brauchen sie. Es ist unendlich inspirierend für heute und wir brauchen es umso mehr, je länger die Zeiten auch düsterer und herausfordernder werden, weil wir den Mut, die Weisheit und eben auch die Liebe einer Seuchen an Christus und an der
torá orientierten Gerechtigkeit brauchen. Herzlichen Dank.
Das neue Leben in Christus: Freiheit, Liebe und ethische Transformation bei Paulus | 15.7.3
Vielleicht war es nur ein kurzes Experiment, was wir in den vergangenen Jahrzehnten erlebt haben und das eine Frage beantworten sollte: Kommen Menschen damit klar, wenn sie fast alles tun können, was sie wollen?
Die Antwort steht für immer mehr Menschen fest und lautet: Nein. Der westliche Liberalismus hat uns in den Abgrund geführt. Der Mensch braucht Regeln, Grenzen und Strafen. So jedenfalls wird es von den USA bis Südamerika und in Europa diskutiert. Freiheit oder Gehorsam sind zwei Extreme, zwischen denen wir uns im Moment offenbar bewegen, die sich auszuschließen scheinen. Und dann kommt auch noch Paulus an mit einer völlig paradoxen Aussage: Wir seien befreit zum Gehorchen. Wie diese beiden Extreme zusammenpassen, erklärt Thorsten Dietz. Er zeigt, was die Liebe mit all dem zu tun hat. Und wie das Experiment ausgehen könnte, wenn wir uns nur genau an die Bibel halten.