Friedrich Schweitzer hat in Deutschland, in der Schweiz und in den USA evangelische Theologie und Pädagogik studiert. Nach einer erziehungswissenschaftlichen Doktorarbeit über das Thema der Identitätsbildung habilitierte er sich in Praktischer Theologie mit einer Arbeit über »Die Religion des Kindes«. Sein Vikariat absolvierte er in Württemberg, ordiniert wurde er durch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. 1992 wurde er Professor für Religionspädagogik und Praktische Theologie in Mainz. Seit 1995 hat er eine Professur ebenfalls für Religionspädagogik und Praktische Theologie in Tübingen inne.

Er ist Autor zahlreicher Bücher und Aufsätze in Fachzeitschriften. Seine Arbeitsschwerpunkte sind das »Recht des Kindes auf Religion«, entwicklungspsychologische Fragen sowie Untersuchungen zum Religions- und Konfirmandenunterricht. Er war langjähriger Vorsitzender der Bildungskammer der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie und der Internationalen Akademie für Praktische Theologie.

Thomas Söding studierte Katholische Theologie, Germanistik und Geschichte in Münster, wo er 1979 sein Diplom in Katholischer Theologie und 1980 das Staatsexamen in Germanistik ablegte. Nach seiner Promotion über das Glaubensverständnis des Markusevangeliums habilitierte er sich mit einer grundlegenden Studie zum Liebesgebot bei Paulus. Nach ersten Lehrtätigkeiten in Hildesheim und Münster wurde er 1993 Professor für Biblische Theologie in Wuppertal, bevor er 2008 dem Ruf an die Ruhr-Universität Bochum folgte, wo er seitdem Neutestamentliche Exegese lehrt und forscht. Zentrale Themen seiner Arbeiten sind Christologie, Ekklesiologie und die Bildungsdimension frühchristlicher Texte.

Zu seinen Veröffentlichungen gehören grundlegende Kommentare zu den Evangelien, Studien zu Paulus, Arbeiten zur Bibelhermeneutik sowie zahlreiche Herausgeberschaften. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Verständlichkeit und Relevanz der biblischen Botschaft in Gegenwartskultur und Kirche; nicht zuletzt sichtbar in Projekten wie der »Jugendbibel der katholischen Kirche« oder seinen Arbeiten zur Einheitsübersetzung.
Neben seiner universitären Tätigkeit wirkt er seit vielen Jahren an ökumenischen und kirchlichen Diskursen mit. Er ist Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Gremien, langjähriger Berater der Deutschen Bischofskonferenz und seit 2021 Vizepräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Als Experte nahm er an mehreren Bischofssynoden teil und engagiert sich intensiv für den Dialog zwischen Bibelwissenschaft und Kirche.

Andreas Schüle hat evangelische Theologie und Altorientalistik in Heidelberg, Kairo und Chicago studiert, war dann wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Dr. Dr. Michael Welker und hat sowohl in Semitistik als auch im Fach Altes Testament promoviert. An der Universität Zürich war er als Dozent für Hebräisch tätig und hat dort 2005 seine Habilitation an der theologischen Fakultät abgelegt. Ab 2006 war er als Professor für Altes Testament am Union Presbyterian Seminary in Richmond (USA) tätig. 2012 wurde er zum Professor für Theologie und Exegese des Alten Testaments an der Universität Leipzig berufen, wo er auch die Forschungsstelle Judentum leitet.

Er engagiert sich als Herausgeber und Referent und ist Autor von zahlreichen Artikeln und Aufsätzen in nationalen und internationalen Fachpublikationen. Seine Forschungsschwerpunkte sind alttestamentliche Theologie und Anthropologie, neuere christliche und jüdische Bibelhermeneutik, die Exegese des Pentateuch und der exilisch-nachexilischen Schriftprophetie. Seit 2013 sitzt er im Board of Supervisors der Society of Biblical Literature und wurde zum Pfarrer im Ehrenamt an der Thomaskirche in Leipzig ordiniert. Seit 2014 ist er Mitglied des Beirats des Rabbinerseminars Berlin.

Jens Schröter ist Professor für Neues Testament und antike christliche Apokryphen an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Er wurde in Heidelberg mit einer Arbeit über das Selbstverständnis des Paulus als Apostel Jesu Christi im 2. Korintherbrief promoviert und habilitierte sich in Berlin mit einer Untersuchung zu den Anfängen der Jesusüberlieferung in neutestamentlichen und apokryphen Evangelien. Nach Professuren in Hamburg und Leipzig nahm er 2009 einen Ruf an die Theologische Fakultät der Humboldt-Universität an, wo er seither lehrt und forscht.

Jens Schröter beschäftigt sich vor allem mit der Entstehung des Christentums in den ersten drei Jahrhunderten, dem Werden der christlichen Bibel sowie dem Verhältnis von kanonisch gewordenen zu außerkanonischen Schriften. Dazu hat er zahlreiche Bücher und Aufsätze veröffentlicht, unter anderem 2019 »Die Entstehung der Bibel. Von den ersten Texten zu den heiligen Schriften« (gemeinsam mit Konrad Schmid) sowie 2024 »Die Entstehung des Christentums. Von den Anfängen bis zu Konstantin dem Großen«.

Stefan Schreiber hat katholische Theologie in Augsburg und Vallendar studiert. Nach seiner Promotion und Habilitation an der Universität Augsburg war er von 2003 – 2010 Professor für Zeit- und Religionsgeschichte des Neuen Testaments an der Universität Münster. Seit 2010 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Neutestamentliche Wissenschaft an der Universität Augsburg.

Seine Forschungsschwerpunkte sind Zeit-, Religions- und Sozialgeschichte des Neuen Testaments, die Position der ersten Christen innerhalb der politischen Verhältnisse ihrer Zeit, der historische Jesus und die Geschichte des Urchristentums. Außerdem beschäftigt ihn die Frage, unter welchen persönlichen, gesellschaftlichen, kirchlichen und theologischen Voraussetzungen heutige Menschen die biblischen Texte lesen, und welche Relevanz diese »alten« Texte für das Hier und Jetzt überhaupt noch haben. Darüber hinaus zeichnet ihn ein besonderes Interesse an der Vermittlung biblischer Inhalte und Forschungsergebnisse aus, das in zahlreichen Vorträgen und Veröffentlichungen zum Ausdruck kommt.

Udo Schnelle studierte evangelische Theologie in Göttingen; dort wurde er mit einer Arbeit über Paulus 1981 promoviert und mit einer Studie über Johannes 1985 habilitiert. Von 1984 bis 1986 war er Gemeindepfarrer in Gieboldehausen bei Göttingen. 1986 wurde er Professor für Neues Testament in Erlangen, 1992 Professor in Halle/Saale, wo er bis zu seiner Emeritierung 2017 lehrte. Er ist der Verfasser zahlreicher Lehrbücher und Kommentare.

Schwerpunkte seiner Arbeit sind neben der Einleitungswissenschaft vor allem Paulus, Johannes und die Geschichte des frühen Christentums. Dabei steht eine Frage im Vordergrund: Wie konnte aus der kleinen Jesusbewegung in Galiläa und Jerusalem innerhalb sehr kurzer Zeit eine fast im gesamten römischen Reich agierende neue und eigenständige Religionsgemeinschaft entstehen?

Uta Schmidt ist Professorin für Feministische Theologie und Gender Studies an der Augustana in Neuendettelsau, der Hochschule der Evangelisch-lutherische Kirche in Bayern. Sie hat evangelische Theologie in Heidelberg, Philadelphia (USA) und Marburg studiert. Dort wurde sie im Fach Altes Testament mit einer Arbeit zur Darstellung der Frauen in den Königebüchern promoviert. Nach dem Vikariat hat sie sich zum Thema »Was wird kommen und wie wäre es, wenn es gut wäre?« in Gießen mit einer Untersuchung zu Jesaja 40-55 habilitiert.

Uta Schmidt hat in Gießen, Osnabrück und Heidelberg vor allem für Lehramtsstudierende Altes Testament und teilweise auch Neues Testament gelehrt. Sie hat außerdem selbst einige Jahre Religionsunterricht erteilt. In ihrer Forschung und Lehre legt sie großen Wert auf hermeneutische und methodische Fragen. Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen auf dem Zusammenhang von Gender und Narratologie sowie der Bedeutung von Gegenwartskonzepten in der Exegese, außerdem Anthropologie und Apokalypsen sowie Prophetie.

Konrad Schmid hat von 1985 bis 1990 in Zürich, Greifswald und München Theologie studiert. 1995 wurde er mit einer Arbeit über das Jeremiabuch promoviert, 1998 habilitierte er sich zum Thema des Verhältnisses von Genesis und Exodus. 1999 wurde er Professor in Heidelberg, seit 2002 ist er Professor in Zürich. 2006/2007 und 2017 forschte er in Princeton, 2012/2013 und 2022 in Jerusalem. Zudem war er Fellow am Wissenschaftskolleg in Berlin. 2018 wurde er mit dem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet, 2019 gewann er einen ERC Advanced Grant. Von 2017-2024 war er Vorsitzender der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie (WGTh), von 2019-2022 präsidierte er die International Organization for the Study of the Old Testament (IOSOT). Zudem wirkt er als Forschungsrat des Schweizerischen Nationalfonds (SNF).

Er ist Autor zahlreicher Bücher und Artikel. Besonders bekannt geworden ist »Die Entstehung der Bibel«. Dieses Buch verfasste er gemeinsam mit dem Neutestamentler Jens Schröter aus Berlin. Daneben hat er auch Werke zur Literaturgeschichte und zur Theologie des Alten Testaments publiziert. Diese Bücher sind in mehrere Sprachen übersetzt worden.

Benjamin Schliesser studierte Theologie in Tübingen, Glasgow (UK) und Pasadena (USA). Nachdem er im dritten Semester auf einem Tübinger Bücherbasar Adolf Schlatters »Der Glaube im Neuen Testament« ergattern konnte, waren die Themen seines akademischen Wegs gesetzt: Ein paar Jahre später wurde er mit einer Arbeit zum Glauben Abrahams im Römerbrief promoviert und wandte sich dann in seiner Habilitationsschrift der vermeintlichen Kehrseite des Glaubens zu: dem Zweifel.

Nach Vikariat und Studienassistentur in der Württembergischen Landeskirche kam er in die Schweiz, zunächst als Oberassistent nach Zürich und seit 2016 als außerordentlicher Professor für Literatur und Theologie des Neuen Testaments an die Universität Bern. Besonders fasziniert ihn derzeit die Frage, warum das frühe Christentum in den Zentren des Römischen Reiches überhaupt Fuß fassen und überleben konnte. Neben seiner akademischen Tätigkeit engagiert er sich unter anderem im »collegium emmaus«, dem Kirchenmagazin 3E und im Netzwerk »churchconvention«.

Annette Schellenberg hat Evangelische Theologie an der Universität Zürich studiert und wurde dort 2002 promoviert. Nach Forschungsaufenthalten an der University of California, Los Angeles, und ihrer Habilitation war sie Associate Professor of Old Testament am San Francisco Theological Seminary und der Graduate Theological Union, San Anselmo/Berkeley, Kalifornien. Seit 2015 ist sie Professorin für Alttestamentliche Wissenschaft an der Universität Wien.

Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die biblische Urgeschichte, priesterliche und weisheitliche Literatur sowie die alttestamentliche Anthropologie. Zudem beschäftigt sie sich mit theologischen Kontroversen im Alten Testament und der Beziehung des Alten Testaments zu seiner altorientalischen Umwelt. Annette Schellenberg ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften, darunter die Society of Biblical Literature und die European Association of Biblical Studies.

Volker Rabens studierte Theologie in London und Tübingen. In seiner neutestamentlichen Doktorarbeit beschäftigte er sich mit der Frage, wie Menschen durch das Wirken des Heiligen Geistes zu religiös-ethischem Leben befähigt werden können. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Professor hat er an verschiedenen Bildungseinrichtungen und Universitäten gearbeitet, unter anderem von 2009 bis 2013 an der Ruhr-Universität Bochum in einer internationalen Kooperation zur Erforschung interreligiöser Dynamiken, von 2013 bis 2019 an der Friedrich-Schiller Universität Jena am Lehrstuhl für Neues Testament, und von 2019 bis 2021 als Professor für Biblische Theologie an der CVJM-Hochschule in Kassel. Zur Zeit vertritt er den Lehrstuhl für Neues Testament in Jena.

In seinen Veröffentlichungen und Vorträgen beschäftigt sich Volker Rabens mit Fragen der Ethik und mit dem Wirken des Heiligen Geistes. Schwerpunkte seiner neutestamentlichen Forschung und Lehre sind Paulus und Johannes, Anthropologie und Hermeneutik. International ist er in der Leitung der Arbeitsgruppen »Biblical Ethics« und »Pauline Theology« (Society of Biblical Literature) tätig. Praktische Fragen der Bibelauslegung für heute sind ihm sehr wichtig.

Alois Prinz studierte Germanistik, Politologie, Philosophie und Kommunikationswissenschaften im München. Parallel dazu absolvierte er eine journalistische Ausbildung und promovierte 1988 mit einer Arbeit über die 68er Studentenbewegung und ihren Einfluss auf die Literatur. Bis 1994 arbeitete er als freier Journalist und verfasste wissenschaftliche Texte, bevor er sich ganz auf das Schreiben von intensiv recherchierten, sorgfältig aufgebauten und gut geschriebenen Lebensgeschichten konzentrierte.

Heute gehört Alois Prinz zu den hochkarätigen und viel beachteten Autoren im Bereich der Biografien. Er wurde für sein Schaffen mehrfach ausgezeichnet. 2023 erhielt er den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für sein Gesamtwerk. Unter anderem hat er Biografien über Hannah Arendt, Hermann Hesse, Ulrike Meinhof, Franz Kafka, Paulus von Tarsus, Jesus von Nazaret, Teresa von Avila, Martin Luther, Dietrich Bonhoeffer, Martin Luther King und Franz von Assisi veröffentlicht.