Peter Zimmerling hat evangelische Theologie in Tübingen und Erlangen studiert. Neben seiner Tätigkeit als Pfarrer promovierte er bei Jürgen Moltmann zu dem Thema »Zinzendorfs Trinitätslehre«. 1999 habilitierte er an der Universität Heidelberg mit einer Arbeit über »Die charismatischen Bewegungen der Gegenwart im deutschsprachigen Raum«. Im April 2005 wurde er außerplanmäßiger Professor für Praktische Theologie an der Universität Leipzig. Dort ist er auch seit 2012 der erste Universitätsprediger.

Seine Arbeitsschwerpunkte sind das Leben und Werk Dietrich Bonhoeffers, die Pietismusforschung (besonders Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf), Martin Luther als Praktischer Theologe, Spiritualität und evangelische Mystik, Seelsorge und Predigtlehre. Zuletzt hat er die Titel »Beichte. Gottes vergessenes Angebot« und »Die Losungen. Eine Erfolgsgeschichte durch die Jahrhunderte« veröffentlicht. Darüber hinaus arbeitet er seit 1999 in wechselnden Funktionen im Vorstand der »Gesellschaft der Freunde christlicher Mystik« mit.

Eine wesentliche Inspiration für die Gründung von Worthaus war ein Vortrag von Prof. Dr. Siegfried Zimmer über die Notwendigkeit, die Texte der Bibel fernab der üblichen Perspektiven neu zu lesen. Prof. Zimmer beschäftigt sich seit Jahrzehnten intensiv mit theologischen Konzepten, der orientalischen Lebenswelt und der Entstehung von biblischen Texten. Seine Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass er Themen sehr genau durchdenkt, in der Lage ist, über den Tellerrand hinaus zu schauen und sehr anschaulich sowie anregend vorzutragen. Von daher ist es großartig, dass er als Hauptreferent für Worthaus 1, Worthaus 2, Worthaus 3 und Worthaus 4 gewonnen werden konnte.

Siegfried Zimmer war zunächst vier Jahre als Lehrer für Geschichte und Politik tätig. Danach studierte er evangelische Theologie und war Gemeindepfarrer in der württembergischen Landeskirche. Nach einer Doktorarbeit über Martin Luther wurde er Dozent an der Evangelischen Hochschule für Diakonie in Ludwigsburg. Seit 1993 ist er Professor für evangelische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg. Er ist Autor mehrerer Bücher und zahlreicher Aufsätze in Fachzeitschriften. Außerdem ist er Mitbegründer der Ludwigsburger “Nachteulen”-Gottesdienste, die seit 15 Jahren einmal monatlich stattfinden und bis zu 1.000 Menschen anziehen.

Webseite von Siegfried Zimmer

Peter Wick hat evangelische Theologie in Basel studiert. Seine theologischen Studien vertiefte er in katholischer Theologie an der Universität Fribourg und in der Geschichte der jüdischen Antike an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Nach einer Doktorarbeit über die rhetorische Schönheit des Philipperbriefes und dessen Argumentationsstrategie, habilitierte er sich im NT über die Entstehung der frühchristlichen Gottesdienste im Rahmen der jüdischen Tempel-, Synagogen- und Hausfrömmigkeit. Er wurde in der Schweiz zum Pfarrer ordiniert. 2000 wurde er Assistenzprofessor für NT und antike Religionsgeschichte an der Universität Basel. Seit 2003 ist er Professor für Exegese und Theologie des Neuen Testaments an der Ruhr-Universität Bochum.

Peter Wick ist Autor zahlreicher Bücher und Aufsätze in theologischen Fachzeitschriften. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Paulus, das Matthäusevangelium und der Jakobusbrief. Fragen der Relevanz neutestamentlicher Wurzeln für die Ethik heute, Wege der Bibelauslegung in der Postmoderne (Hermeneutik) und der christlich-jüdische Dialog bestimmen seine Forschung. Er ist Präsident der von Cansteinschen Bibelanstalt in Westfalen. Die Vermittlung von biblischer Theologie und Kirche ist ihm sehr wichtig.

Michael Welker hat 1973 in Tübingen im Fach Systematische Theologie bei Moltmann promoviert. Er habilitierte sich dann an der Universität Tübingen, an der er als Assistent und von 1983 an als Professor tätig war. In der Evangelischen Kirche der Pfalz wurde er ordiniert. Von 1987 bis 1991 hatte er den Lehrstuhl für Reformierte Theologie in Münster inne, von 1991 bis 2013 den Lehrstuhl für Systematische Theologie und Dogmatik in Heidelberg. Seit seiner Emeritierung ist er als Seniorprofessor für Systematische Theologie und Direktor des Forschungszentrums Internationale und Interdisziplinäre Theologie (FIIT) in Heidelberg tätig. Er ist Träger des Karl-Barth-Preises 2016.

Michael Welker ist Autor und Herausgeber zahlreicher theologischer Werke. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Fragestellungen der Christologie, der Schöpfungslehre, der Anthropologie und der Eschatologie. Daneben befasst er sich mit dem Dialog von Theologie und Naturwissenschaften sowie der interdisziplinären Biblischen Theologie. Gastprofessuren führten Michael Welker nach Kanada, mehrfach in die USA (unter anderem Princeton Theological Seminary, Harvard Divinity School) sowie nach Großbritannien (Faculty of Divinity an der University of Cambridge). 2004 wurde Michael Welker zum Richter am Verfassungsgerichtshof der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt. Die ungarische Universität Debrecen und die North-West University in Südafrika zeichneten Michael Welker mit Ehrendoktorwürden aus.

Franz Tóth studierte Philosophie und Theologie in Wuppertal und an der Theologischen Hochschule Friedensau. Neben seiner pastoralen Arbeit als Jugendbeauftragter und Fortbildungsrefernt für den Raum Bayern wurde er an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit einer Dissertation über den himmlischen Kult in der Johannesapokalypse promoviert. 2014 habilitierte er sich in Zürich mit einer Arbeit zur Exodusrezeption im Frühjudentum und im Matthäusevangelium. Daneben ging er in einem eigenen Drittmittelprojekt der Frage nach der literarischen Selbstbezüglichkeit in frühjüdischen und neutestamentlichen Texten nach. Seit 2017 ist er Privatdozent an der Universität Zürich.

Seine Interessensschwerpunkte sind zum einen die apokalyptische Literatur, ihre Gedankenwelt und die Rezeption der vielfältigen Erwartungshorizonte bis in die Gegenwart hinein. Zum anderen stehen Fragen nach der Intertextualität in neutestamentlichen Texten und ihre erzähltextanalytische Erschließung im Vordergrund. Darüber hinaus ist er Mitgründer der »SchreibStimme« und beschäftigt sich dort mit Kommunikationsberatung und Redecoaching.

Michael Tilly hat evangelische Theologie in Mainz und Heidelberg studiert. Nach einer neutestamentlichen Doktorarbeit über die Gestalt Johannes des Täufers in der synoptischen Evangelientradition habilitierte er sich im Fach Judaistik über die Bezeichnung Jerusalems als »Nabel der Welt« in der rabbinischen Traditionsliteratur. Er vertrat seit 2007 die Professur für Neues Testament und Biblische Didaktik in Landau und wurde 2012 Professur für Neues Testament und Antikes Judentum in Tübingen.

Er ist Autor zahlreicher Fachbücher, Aufsätze und Lexikonartikel. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Literatur und Religion des antiken Judentums, die Septuaginta, die Tosefta, die Auslegung und Überlieferung der Heiligen Schriften im antiken Judentum und im frühen Christentum, frühchristliche Ethik sowie Judenfeindschaft und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart. 2005 erhielt er den »Preis für exzellente Leistungen in der Lehre« des Senats der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 2009 erfolgte seine Ordination zum Pfarrer der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Christiane Tietz hat Mathematik und Evangelische Theologie in Frankfurt am Main und Tübingen studiert. In ihrer Promotion bei Eberhard Jüngel hat sie sich mit dem Verhältnis von Glauben und Denken bei Dietrich Bonhoeffer beschäftigt. In ihrer Habilitationsschrift mit dem Titel „Freiheit zu sich selbst“ hat sie die Frage zu klären versucht, ob ein evangelischer Christ sich selbst annehmen darf oder ob er damit in die Selbstverkrümmtheit des Sünders zurückfällt. Von 2008 bis 2013 war sie Professorin für Systematische Theologie und Sozialethik an der Universität Mainz, seit 2013 ist sie Professorin für Systematische Theologie an der Universität Zürich.

Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Dietrich Bonhoeffer, Karl Barth, klassische Fragen der Dogmatik, das Verhältnis von Religion und Politik sowie der interreligiöse Dialog. Sie ist Vorsitzende der deutschsprachigen Sektion der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft und war von 2010 bis 2013 Mitglied im Rat der EKD.

Holger Strutwolf studierte Evangelische Theologie in Bethel und Heidelberg, wo er mit einer Arbeit über den frühen christlichen Theologen Origenes promoviert wurde. Während seiner Mitarbeit am Institut für neutestamentliche Textforschung in Münster habilitierte er sich mit einer Studie über das Verhältnis von Theologie und Philosophie im Werk des Euseb von Caesarea, der als der »Vater der Kirchengeschichte« gilt. Nach dem Vikariat und einer kurzen Zeit als Gemeindepfarrer im Dienst der Protestantischen Kirche der Pfalz wurde er 2004 auf den Lehrstuhl für »Patristik und Neutestamentliche Textforschung« an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster berufen. Seither ist er auch Direktor des dortigen Instituts für Neutestamentliche Textforschung und des Bibelmuseums.

Er ist Hauptherausgeber der weltweit benutzten wissenschaftlichen Handausgaben des griechischen Neuen Testaments (Novum Testamentum Graece und Greek New Testament). Unter seiner Leitung entsteht die Große Ausgabe (Editio Maior) des Neuen Testaments, die zum ersten Mal in der Geschichte der Forschung auf der systematischen Auswertung aller erhaltener Handschriften des Neuen Testaments basiert. Seine Forschungsschwerpunkte neben dem Text des Neuen Testaments sind die Gnosis, die Theologie und Philosophie der Antike, sowie die Geschichte des kirchlichen Dogmas. Kirchen- und Theologiegeschichte dient nach seiner Ansicht dem Selbstverständnis des christlichen Glaubens in der Gegenwart und soll den Glaubenden »zu denken geben«.

Friedrich Schweitzer hat in Deutschland, in der Schweiz und in den USA evangelische Theologie und Pädagogik studiert. Nach einer erziehungswissenschaftlichen Doktorarbeit über das Thema der Identitätsbildung habilitierte er sich in Praktischer Theologie mit einer Arbeit über »Die Religion des Kindes«. Sein Vikariat absolvierte er in Württemberg, ordiniert wurde er durch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. 1992 wurde er Professor für Religionspädagogik und Praktische Theologie in Mainz. Seit 1995 hat er eine Professur ebenfalls für Religionspädagogik und Praktische Theologie in Tübingen inne.

Er ist Autor zahlreicher Bücher und Aufsätze in Fachzeitschriften. Seine Arbeitsschwerpunkte sind das »Recht des Kindes auf Religion«, entwicklungspsychologische Fragen sowie Untersuchungen zum Religions- und Konfirmandenunterricht. Er war langjähriger Vorsitzender der Bildungskammer der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie und der Internationalen Akademie für Praktische Theologie.

Benjamin Schliesser studierte Theologie in Tübingen, Glasgow (UK) und Pasadena (USA). Nachdem er im dritten Semester auf einem Tübinger Bücherbasar Adolf Schlatters »Der Glaube im Neuen Testament« ergattern konnte, waren die Themen seines akademischen Wegs gesetzt: Ein paar Jahre später wurde er mit einer Arbeit zum Glauben Abrahams im Römerbrief promoviert und wandte sich dann in seiner Habilitationsschrift der vermeintlichen Kehrseite des Glaubens zu: dem Zweifel.

Nach Vikariat und Studienassistentur in der Württembergischen Landeskirche kam er in die Schweiz, zunächst als Oberassistent nach Zürich und seit 2016 als außerordentlicher Professor für Literatur und Theologie des Neuen Testaments an die Universität Bern. Besonders fasziniert ihn derzeit die Frage, warum das frühe Christentum in den Zentren des Römischen Reiches überhaupt Fuß fassen und überleben konnte. Neben seiner akademischen Tätigkeit engagiert er sich unter anderem im »collegium emmaus«, dem Kirchenmagazin 3E und im Netzwerk »churchconvention«.

Klaus von Stosch studierte katholische Theologie an der Universität Bonn und der schweizer Universität Fribourg. Er promovierte dann im Fach Dogmatik und habilitierte im Bereich Fundamentaltheologie. Seit 2008 ist er Professor für Katholische Theologie und ihre Didaktik an der Universität Paderborn. Forschungsaufenthalte führten ihn an das Center for the Study of World Religions der Harvard Divinity School und an die University of Religions and Denominations in Qom im Iran.

Hermann-Josef Stipp hat Katholische Theologie studiert, mit Zusatzstudien in Philosophie, Geschichte und Semitistik. Seine Dissertation widmete sich der Kompositionsgeschichte der Erzählungen über den Gottesmann Elischa; seine Habilitationsschrift untersuchte die Entstehung und die ursprünglichen Intentionen der Jeremia-Erzählungen in Jeremia 26 und 36–43. Von 2000 bis 2018 war er Professor für Alttestamentliche Theologie, zunächst in Mainz und dann in München. Seit 2003 ist er zudem Honorarprofessor an der Universität Stellenbosch (Südafrika).

Hermann-Josef Stipp hat mehrere Bücher und zahlreiche wissenschaftliche Aufsätze veröffentlicht, vor allem über das Buch Jeremia. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist die unterschiedliche Textüberlieferung des Buches in hebräischer und griechischer Sprache; weiterhin sucht er die theologischen Triebkräfte zu erhellen, die dem Buch seine heutige Gestalt gegeben haben. Einen Großteil seiner Forschungen hat er in einem Kommentar zu Jeremia 25–52 zusammengefasst, der 2018 erschienen ist.