Sklaverei passt durchaus zu den netten einleitenden Worten von Martin mit Pfingsten. Das ist ja auch dieses Ereignis, wo Menschen von verschiedensten Völkern und Sprachen zusammenkamen, also eine enorme Vielfalt da war, und man konnte höchstens aufgrund der Sprache erkennen, woher jemand stammte, weniger von der Hautfarbe. In Mittelmeerländern, ob man da einen etwas helleren Teint hat oder einen etwas dunkleren, ist nicht so wesentlich. Und damit bin ich gleich bei einem ersten sehr wichtigen Punkt. Die antike Sklaverei war keine rassistische Angelegenheit.
Das ist schon einmal ein wesentlicher Unterschied zu den Sklavereien der Neuzeit. Die sind alle rassistisch angelegt. Insbesondere in den USA, daran denken wir wohl alle, wenn wir neuzeitlich an Sklaverei denken, da konnte man sofort erkennen: Ein Schwarzer ist ein Sklave, in den Südstaaten auf alle Fälle, in den Nordstaaten hat sich das dann langsam geändert. Das war im antiken Imperium Romanum nicht der Fall. Sie konnten also nicht, wenn Sie auf den Marktplatz gingen, sofort wissen: Das ist jetzt ein Sklave, das ist eine Sklavin. Die hatten auch nicht so einen Sklavenring um, wie man das ganz gern sieht, auf modernen Handbüchern über antike Sklaverei.
Da wird sehr gerne dieser eine Sklavenring abgebildet, der einmal einem am Hals festgeschmiedet wurde, weil dann draufstand, der ist schon entflohen einmal. Es war sogar eher ein Qualitätsmerkmal, wenn man erwähnte, woher eine Sklavin oder ein Sklave stammte. Wir haben auf Papyrus einen Sklaven-Kaufvertrag erhalten. Da geht es um ein junges Mädchen, ungefähr zehn Jahre alt, eine Galaterin. Da sind wir recht nahe an Paulus dran. Der Galaterbrief wird auch eine wichtige Rolle spielen dann. Diese Galaterin, dieses Mädchen, wird in Side, in der Nähe des heutigen Antalya - wenn jemand da schon einmal auf Urlaub war, so türkische Riviera,
da war einer der größten Sklavenmärkte der Antike -, in Side, da wurde die auf dem Forum verkauft von einem dort ansässigen Sklavenhändler, verkauft an einen ägyptischen Sklavenhändler. Der hat die Abaskantis mit dem Sklaven-Kaufvertrag nach Ägypten mitgenommen und die dann samt dem Vertrag am Markt von Alexandria verkauft. Das ist der Grund, warum wir schließlich im Wüstensand Ägyptens Ende des 19. Jahrhunderts diesen Sklaven-Kaufvertrag finden konnten. Thraker zum Beispiel waren besonders bekannt für ihre Stärke, für ihren Mut usw. Viele Sklaven aus Thrakien wurden dann für den Gladiatorenkampf eingesetzt. Das war also eher ein Qualitätsmerkmal, darauf hinzuweisen,
von da oder von dort stammt der Sklave, stammt die Sklavin. Jetzt habe ich schon den Sklaven-Kaufvertrag erwähnt und Papyrus erwähnt. Zu meiner Person: Ich bin Papyrologe, und das ist meine Sichtweise, wie ich an Texte herangehe. Ich werde Ihnen da weniger über Theologie, in dem Sinn, wie man das so landläufig versteht und an den Universitäten versteht, bieten, sondern eher die Sicht aus dem Alltag. Die Papyrologie beschäftigt sich nämlich nicht nur mit Texten, die auf Papyrus erhalten sind, wiederentdeckt wurden und lateinische oder griechische Literatur bewahrt haben, sondern auch Texte, die aus dem Alltag stammen. Alle möglichen Verträge, Sklaven-Kaufverträge, Heiratsverträge, Scheidungsurkunden, Mietverträge, Kaufverträge, Lehrlingsverträge,
alle möglichen Quittungen, die sind dann ganz einfach, da steht gerade nur drauf, was wurde da geliefert, wie viel wurde bezahlt, Steuerquittungen, ganze Menge, diverse Erklärungen, Deklarationen, die sagen uns sehr viel aus, da können wir zum Beispiel ablesen, wieviele Personen waren in einem Hausverband, wie alt waren die, und somit auch, wie alt wurden Menschen in der damaligen Zeit. Eine ganz interessante Sache, das Alter. Sie haben sicher schon gehört, ja so in der Antike, so 25, 30 Jahre Lebenserwartung. Das stimmt nur, wenn man das von der Geburt an rechnet, denn durch die hohe Kindersterblichkeit waren nach fünf Jahren die halben Kinder schon verstorben. Das heißt, wenn man das einmal überlebt hat,
dann stieg die Lebenserwartung rasant an. Wir haben sogar Dokumente in solchen Deklarationen oder dann auch auf Mumienschildern. Wie auf der Pathologie zum Beispiel heutzutage, wo dann an der großen Zehe ein Etikett angenkt wird, wer ist das überhaupt, so musste man das auch bei den Mumien machen, bevor die einbalsamiert wurden in Ägypten: Ein Holztäfelchen dran gehängt, wer ist das, Name, wie alt wurde der, und es geht bis über 90. Das waren natürlich schon Einzelfälle, aber es gab Menschen, die damals über 80, über 90 Jahre wurden.
Und über 40, 50, das konnte man sich durchaus erwarten, wenn man die Kinderkrankheiten normal überlebt hat oder gar nicht davon betroffen war. Woher stammen Sklavinnen und Sklaven überhaupt? Oder wie wurde man zu einer oder einem Unfreien? Interessanterweise die meisten durch Kriegsgefangenschaft. Das war natürlich auch eine Riesen-Einnahmequelle für einen siegreichen Staat, dass man Kriegsgefangene gemacht hat, die auf den Sklavenmarkt gebracht hat, verkauft hat, und das Geld konnte dann, heute würden wir sagen, in die Rüstungsindustrie wieder investiert werden.
Davon finden wir interessanterweise in den Alltagspapyri wenig. Das wissen wir aus anderen Quellen. Es gab dann aber noch vor allem zwei Möglichkeiten: Gekauft, dass eine Sklavin, ein Sklave auf dem Sklavenmarkt gekauft wurde, so wie diese Abaskantis auf dem Forum in Side, eine Galaterin, oder hausgeboren, die also von einer Sklavin geboren wurden, bereits in dem Hausverband, wo diese Sklavin tätig war. Und natürlich gehört da auch dazu, dass der Sklavenhalter, wenn der mit einer Sklavin Kinder gezeugt hat, dann waren das automatisch Sklaven oder Sklavinnen.
Die waren nie frei geboren. Das waren nur die legitimen Kinder, die mit der Ehefrau gezeugt wurden. Es mag da so ein bisschen einen Unterschied gegeben haben zwischen so außerhalb, am Markt, gekauft und hausgeboren. Das können wir schon sehen, wenn wir den König Oedipus bei Sophokles lesen. Da treffen sich ja diese beiden Hirten. Wie es darum geht, also welches Kind wurde denn da ausgesetzt und ist vielleicht doch nicht umgekommen, nämlich der Oedipus selber. Und die treffen sich da, und jetzt zeitversetzt werden die dann verhört vom Oedipus selber, um seine Herkunft, die des Oedipus, aufzudecken. Und einer dieser Hirten betont, also er ist nicht gekauft worden, sondern er ist hausgeboren.
Das ist natürlich nur die Tendenz, das kann man nicht pauschal sagen. Aber hausgeborene Sklavinnen und Sklaven, die hatten sozusagen diesen Hausverband als ihr Zuhause. Und wenn das nicht allzu schrecklich war, dann haben sich die auch durchaus hervorgetan durch besondere Zuneigung, durch besonders auch engere, vertrautere Beziehungen mit der Sklavenhalterin oder dem Sklavenhalter. Und das finden wir auch tatsächlich erwähnt, denn in manchen Testamenten erlässt dann der Erblasser die Regelung, bei meinem Tod sollen die und ihre Kinder und der und so weiter und so fort, die Sklavinnen und Sklaven, sollen dann freigelassen werden.
Und als Begründung findet man dann meistens einfach nur "durch ihre große Zuneigung, die sie mir erwiesen haben". Also auch da noch einmal: Vergessen Sie am besten - bitte nicht generell, sondern nur wenn Sie über antike Sklaverei denken und sprechen -, was Sie so über die nordamerikanische, auch südamerikanische Sklaverei wissen, zu den Baracken, wo die unter schlimmsten Bedingungen untergebracht waren. Und wenn die halt ausgepumpt waren und in jungen Jahren gestorben sind aus Erschöpfung oder aus Misshandlung, dann hat man halt günstig die nächsten auf dem Sklavenmarkt gekauft. Das gibt es in dieser Dramatik in der Antike nicht. Man hat sehr wohl auf das Wohlbefinden von Sklaveninnen und Sklaven geachtet, auch aus wirtschaftlichen Gründen.
Das geht auch aus diesen Testamenten eben hervor, wenn da drauf hingewiesen wird: Da gab es eine Zuneigung, die war sehr nützlich. Auch diese Nützlichkeit ist ein typischer Ausdruck. Paulus greift das im Philemonbrief auf, da werden wir dann auch noch zu sprechen kommen. Und es gab dann außerdem auch eine große Bandbreite. Auch da, wenn wir an moderne Sklaverei denken, dann denken wir an so riesige Baumwollplantagen und da wurden die also gepeitscht und misshandelt und ausgebeutet, und dann mussten die in Baracken leben und haben dort vielleicht gerade noch ihre Gospellieder gesungen, in der Religion Trost gefunden. Nur ganz wenige waren halt ausersehen, im Haus des Sklavenhalters Dienst zu tun, zu servieren,
zu kochen und so weiter und so fort. So etwas kann man sich auch nur leisten, wenn man eine Riesenmenge an Sklavinnen und Sklaven hat. Ja, das gab es in der Antike auch. Dafür gibt es eine ganz wesentliche Quelle. Ein gewisser Columella hat über die antike Landwirtschaft geschrieben. Und der hat im Blick aber die großen Latifundien der Patrizier in Italien mit zum Teil Tausenden von Sklaven. Da ist auch die Geschichte überliefert, wie die einmal ihren Herrn ermordet haben, da wurden dann gleich tausend Sklaven und mehr hingerichtet. Bitte, im üblichen Alltag, und da sind wir jetzt auch bei Paulus, können wir aus diesen Deklarationen, die ich erwähnt habe, die auf Papyrus erhalten sind, herauslesen:
So ein durchschnittlicher Pächter oder Handwerksmeister hatte ein bis zwei Sklaven. Die höchste Zahl von Sklaven in einem Hausverband, die wir in diesen Alltagsdokumenten finden, ist elf. Und da sieht es dann natürlich anders aus. Wenn man sich das nicht einfach so leisten kann, auf den einen oder auf die zwei muss man schon etwas besser schauen, dass die einem auch zu Diensten sein können, dass die gesund sind, dass die halbwegs gut ernährt sind. Es gab nicht nur diese Unterscheidung Kriegsgefangene, auf dem Sklavenmarkt gekauft, das gilt für Kriegsgefangene natürlich auch, Hausgeborene, sondern es konnten sogar Sklaven selber andere Sklaven beaufsichtigen, unter sich haben.
Es gibt so einen ganz bekannten Fall von einem gewissen Epagathus. Der war so was wie ein Manager. Sein Herr, ein gewisser Lucius Belenus Gemellus, Ende des ersten Jahrhunderts, der hatte mehrere Landgüter, und so ungefähr in der Mitte hatte er seine Residenz. Und dieser Epagathus, der war dann für zumindest drei von diesen Landgütern zuständig, um da die Arbeiten zu verteilen. Sein Herr hat ihm immer wieder einen Brief geschrieben auf Papyrus, es sind einige erhalten, auch umgekehrt von dem Epagathus an seinen Herrn.
Also der konnte schon einmal lesen und schreiben. Und da wird dem dann eine ganze Liste meistens in Auftrag gegeben, worum er sich kümmern kann, wofür er Sorge tragen soll. Auch: Rechnungen zahlen. Da kommt man manchmal in einem einzigen Brief auf eine Summe von mehreren hundert Drachmen, die der da zahlen soll, dort zahlen. Da hat irgendein Zimmermann, ein Meister mit seinen Sklaven, Lehrlingen was gebaut. Da sind jetzt hundert Drachmen, irgendwas zu bezahlen dort, so und so viel. Das heißt, der hat so seine Kassa bei sich. Das Geld wird nicht immer so mitgeschickt und dann kontrolliert, sondern der hat seine Kassa. Da wird ihm nur gesagt, was er jetzt zahlen soll,
und andere Sklaven beaufsichtigen und anheuern, anhalten, dass sie diese Aufträge, diese Aufgaben erfüllen. Und schließlich konnten Sklaven, Sklavinnen auch noch am Gewinn beteiligt werden, gerade wenn sie solche Aufgaben über hatten. Also wenn sie besonders nützlich waren und gewinnbringend arbeiteten, dann konnten sie am Gewinn beteiligt werden. Und das war eine geniale Einrichtung - so von kapitalistischer Seite her, um den Ausdruck da gerade einmal zu verwenden -, das sogenannte Peculium, denn verwaltet hat es natürlich der Herr. Er hat ein Buch geführt darüber, wie viel kommt jetzt da wieder an Guthaben sozusagen auf das Sparbuch, in das Buch rein, beim Herrn für den Sklaven. Und irgendwann war die Summe dann vielleicht hoch genug, sodass der sich selber seine Freiheit erkaufen konnte.
Wenn er geschickt war, dann hatte er sogar noch ein bisschen mehr, als Startkapital für einen eigenen Betrieb. Auch darauf werden wir noch zu sprechen kommen. Zum Schluss von dieser Einstimmung, von so einem Kontext, den ich Ihnen hier baue, bevor ich mit Ihnen dann das bei Paulus konkret anschauen möchte: Ja, Sklavinnen und Sklaven galten als Mobiliar, könnte man sagen. Für die musste zum Beispiel beim Kauf Erwerbssteuer bezahlt werden. Also wie ein Möbelstück. Sie waren ja im Besitz eines anderen Menschen.
Interessant ist, in Zensus-Deklarationen und dann auch in den entsprechenden Quittungen - Zensus ist so die wichtigste Steuer, so eine Art Grundsteuer des römischen Reiches, Kopfsteuer wird sie auch genannt, weil die pro Kopf eingehoben wurde -, da kommen Sklaven auch als Steuerpflichtige vor, da sind sie auf einmal gleichwertig, auf der selben Ebene wie die anderen Steuerpflichtigen. Das finde ich also eine interessante Beobachtung. Ich habe das auch noch nirgends so nachgelesen, aber das ist mir irgendwann einmal aufgefallen. Das ist ein kleines Detail, das schon auch ein bisschen was aussagt. Wer war steuerpflichtig? Alle nicht Privilegierten - römische Bürger zum Beispiel, da haben wir gestern etwas gehört zum römischen Bürgerrecht, die waren von der Kopfsteuer ausgenommen -,
alle nicht römischen Männer - Frauen waren auch generell ausgenommen -zwischen 14 und 60 Jahren, einschließlich Sklaven. Das Gemeinsame all dieser Sklaven und auch der Sklavinnen ist, sie waren Unfreie. Sie konnten also nicht selber bestimmen, wo sie wohnen wollten, Aufenthaltsort, die Aufgaben, Familiengründung und so weiter und so fort. Das war alles Angelegenheit des Sklavenhalters oder der Sklavenhalterin. Unfreie.
Bei Paulus, das möchte ich jetzt so in zwei große Teile unterteilen, bei Paulus finden wir nämlich einerseits eine metaphorische, eine bildhafte Verwendung des Phänomens Sklaverei, und dann, nicht so umfangreich, aber eben auch sein Zugang, seine Denkweise, sein Umgang mit echter Sklaverei. Paulus selber bezeichnet sich ja auch, mehrmals sogar, als Sklave, metaphorisch, als Sklave Gottes oder als Sklave Christi. Dazu ein kleiner Hinweis zur Terminologie:
Sie können ziemlich sicher davon ausgehen, dass wenn Sie in einer modernen Übersetzung des Neuen Testamentes den Ausdruck "Knecht" finden, dann steht im griechischen Text eindeutig "Sklave". Das ist insofern ein wichtiger Hinweis - dasselbe gilt natürlich auch für Magd -, dass Knechte und Mägde nicht mit Sklavinnen und Sklaven zu vergleichen sind. Auch wenn Knechte und Mägde nicht komplett frei waren, sobald die da abgeschlossen haben, vereinbart haben, einen Vertrag abgeschlossen haben mit einem Bauern zum Beispiel, so und so lange dazu dienen und dann wird vereinbart, was die für die Arbeit bekommen und so weiter.
Und dann waren die ja wieder frei und konnten wieder selbst entscheiden, ob sie zu einem anderen Bauern gehen möchten, zum Beispiel. Das können Sklavinnen und Sklaven ganz grundsätzlich nicht. Das können Sie wirklich ziemlich sicher an entsprechenden Textstellen so machen, ob da jetzt ein Paulus als "Knecht Gottes" bezeichnet wird oder andere oder irgendjemand als Magd, "siehe ich bin die Magd des Herrn", dass da im Griechischen der eindeutige Begriff für Sklave verwendet wird oder Sklavin, das ist der griechische Begriff "doulos", und das ist immer Sklave oder Sklavin. Es gab auch andere Ausdrücke, Bezeichnungen, für Sklaven und Sklavinnen. Die finden interessanterweise kaum Verwendung oder überhaupt nicht Verwendung im Neuen Testament.
Den konnte man zum Beispiel als "Kind" bezeichnen. Es war leider Gottes sogar bis ins 20. Jahrhundert rein, und ganz rassistisch Eingestellte in den USA, die sagen zum Teil ja heute noch zu einem Afroamerikaner "boy", auch wenn der schon 60 Jahre alt ist. Das haben wir in der Antike auch schon, dass die als "Kind" oder "Sohn" bezeichnet werden, und da haben wir natürlich Ausdrücke, die sind mehrfach in Verwendung. Für einen echten Sohn, metaphorisch auch, in so einer Art familiärem Kontext, einer Beziehung, oder auch für Sklaven. Kommt im Neuen Testament so nicht vor.
Auch nicht der Ausdruck "soma", das ist "Leib" oder "Körper". Sklaven konnten auch als "soma" bezeichnet werden, "Körper". Da wird also nur die physische Leistungsfähigkeit so quasi angesprochen, ist die im Blick. Der Leib des Herrn ist auch "soma". Es könnte also sein, dass da auch bewusst vermieden wird, einen Ausdruck zu verwenden, der eben auch für den Leib und die ganz wichtige Bedeutung von eben zum Beispiel "Leib des Herrn" verwendet wird. Es gibt sogar noch in der Verkleinerungsform "somathion", so viel wie Körperchen, wo es so verniedlicht wird auch noch. Also "doulos" kommt in den neuestestamentlichen Texten vor, und das ist immer der Sklave oder die Sklavin.
Wenn von Sklaverei grundsätzlich die Rede ist und somit auch im Neuen Testament, sollte man immer daran denken, es ist immer eine Beziehung zwischen Sklave, Sklavin und Sklavenhalterin, Sklavenhalter. Ohne diesen Herrn oder die Herrin existiert der Sklave als solcher ja nicht. Und es wird ganz interessant, wenn man sich da so Texte anschaut. Bei Paulus ist es relativ einfach. Der ist also Sklave Christi Jesu. So stellt er sich zum Beispiel zu Beginn des Römerbriefs gleich vor. Oder auch im Galaterbrief, im Philipperbrief kommt es vor, dass Paulus sich als Sklave Christi Jesu bezeichnet.
Sein Herr ist Christus Jesus, der "kyrios". Sie kennen alle "Kyrie eleison", "Herr erbarme dich", der "kyrios". Das ist auch der Sklavenhalter, auch der wird als "kyrios" bezeichnet. Kein Problem damit. Interessant wird es aber, wenn in Philipper 2,6-7, den Text haben wir ja gestern ausführlich präsentiert bekommen, Jesus selber so quasi als Sklave bezeichnet wird. Der war wie Gott, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich und nahm die Gestalt eines Sklaven an.
Wer ist denn dann der Sklavenhalter, wenn Jesus Sklave ist? Ist denn Gott der Sklavenhalter? Und jetzt denken Sie da rein in Antike Sklaverei und in die Verhältnisse des Paulus, wo man rundherum mit Sklaverei, Sklavinnen, Sklaven und den entsprechenden Herren und Herrinnen zu tun hat. Was bedeutet das jetzt, wenn da auf einmal einer auftritt und das ja, wie wir annehmen, schon übernommen hat, diesen Christushymnus in Philipperbrief, und sagt, ja, der entäußerte sich selbst und wurde zum Sklaven. Gott gleich und gleichzeitig der Sklave eines Gottes, also das spießt sich für einen Römer oder einen Griechen auf alle Fälle.
Sklave von Menschen? Ja dann aber erst recht. Ein Gott, der eigentlich ein Sklave ist? Wie ist das dann später - das spielt ja bei Paulus eigentlich noch nicht eine Rolle -, wenn es um die Trinitätslehre geht? Wo dann wirklich der eine Gott in drei Personen - also da wäre man dann sicher nicht mehr auf die Idee gekommen, in einem Hymnus eine dieser göttlichen Personen als Sklaven zu sehen. Das geht nicht gut.
Das ist schon, und natürlich nicht das einzige, das Wort vom Kreuz, ich erinnere noch einmal an gestern, das schon ein Skandalon ist, ein Skandal für manche der damaligen Zeit. Ein ähnlicher Skandal war da sicher auch: Da gibt es einen Sklaven, Jesus, der hat sich selber zum Sklaven gemacht. War ja möglich, man konnte sich selber verkaufen in die Sklaverei, mitsamt seinen Kindern, wenn man welche hatte. Und der ist gleichzeitig der erwartete Christus, der Messias, der ist Gott gleich. Wow. Natürlich kann man sagen, bei Paulus sind diese Metaphern nicht immer so gelungen. Ich werde jetzt mehrmals darauf hinweisen, aber das ist nicht die Lösung. Im 2. Korintherbrief schreibt Paulus einmal, "denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus als Herrn, uns aber als eure Sklaven um Jesu willen". Das ist doppelbödig. Lassen Sie sich da jetzt auch ein bisschen darauf ein, was Paulus da macht.
Also das klingt ja schön, da kommt jemand und predigt, und predigt von diesem Herrn Christus Jesus, und sagt dann auch noch, es geht nicht um uns, es geht um den, wir sind ja eure Sklaven. Und dann geht dieses Sklave Paulus aber her und sagt ihnen, was zu tun ist. Und nicht nur so Dinge wie, "ja für uns gibt es ja nur einen Gott", naja, das kann man ja glauben.
Sondern auch noch: "Am liebsten wäre mir, ihr wärt alle so wie ich, unverheiratet", und so weiter und so fort. Also der Paulus, der war schon auch ein Schlitzohr, bitte. Ich werde am Schluss als Beispiel den Philemonbrief Ihnen ein bisschen präsentieren, da geht es ja wirklich ganz praktisch um einen Sklaven. Also das ist so schon so ein bisschen doppelbödig, ein bisschen zweischneidig: Ja, ich, ich, also ich bin ja euer Sklave. Und gleichzeitig bestimmt er, als ob er ihr Herr wäre, was ihre Aufgaben wären. Beim Sklaven wäre es eigentlich ja genau umgekehrt. Der hat gefälligst zu tun, was ihm angeschafft wird. Es gibt zwei Texte, wo Paulus etwas ausführlicher Sklaverei als Bild für uns Menschen verwendet, und zwar für den
Zustand, in dem wir waren, bevor wir an diesen Christus Jesus zum Glauben gefunden haben, zum Glauben an diesen Christus Jesus, im Galaterbrief und im Römerbrief. Ich mache es jetzt chronologisch, also man nimmt allgemein an, der Galaterbrief ist vor dem Römerbrief geschrieben worden. Im Galaterbrief schreibt er schon im zweiten Kapitel einmal, "die Gegner, die sind heimlich eingedrungene falsche Brüder, die sich eingeschlichen hatten, um unsere Freiheit", schreibt er dann, "die wir in Christus Jesus haben, zu belauern, damit sie uns versklaven."
Und ausführlicher dann ab 3,26, wo er es an den Beginn hinstellt - das ist interessant, im Römerbrief ist dann eigentlich umgekehrt -, "ihr alle seid Söhne und Töchter Gottes durch den Glauben an Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft worden seid, ihr habt Christus angezogen. Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Slave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau, denn ihr alle seid einer in Christus Jesus." Das ist eigentlich schon der Endpunkt.
In 3,29 schreibt er, "wenn ihr aber des Christus seid, so seid ihr damit Abrahams Nachkommenschaft und entsprechend dessen nach Verheißung Erbinnen und Erben." Und im vierten Kapitel, da geht er jetzt aber zurück: Wie war denn das früher? "Solange der Erbe unmündig ist, unterscheidet er sich in nichts von einem Sklaven, obwohl er Herr über alle ist, sondern er ist unter Vormündern und Verwaltern bis zu der vom Vater festgesetzten Frist. So waren auch wir, als wir Unmündige waren, unter die Elemente der Welt versklavt." Da waren wir unmündige Kinder, hatten also keine Ahnung von dem ganzen Heilsereignis, sage ich jetzt zusammenfassend, und waren unter die Elemente versklavt.
Und bei Paulus sind die Elemente ja nicht diese vier klassischen Elemente, Wasser, Feuer, Luft, Erde, sondern auch die Machthaber zum Beispiel, die irdischen Machthaber dieser Welt. Da waren wir also alle Sklavinnen und Sklaven im metaphorischen Sinn. Er sagt dann auch, "Sklaven des Gesetzes", "Sklaven der Sünde", das sind so Varianten. Er setzt fort, "als aber die Fülle der Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, geboren unter Gesetz."
Nur so nebenbei bemerkt, das ist übrigens das Einzige, was Paulus in den Briefen über Geburt und Kindheit Jesu geschrieben hat. Also nichts mit Bethlehem oder Nazareth oder zwölfjähriger Jesus im Tempel und so weiter und sofort. Geboren von einer Frau. Ja, no, nein, nicht. Ja, das interessiert nicht, die Umstände. Warum schreibt er das? Das zielt nur darauf ab, damit er, dieser Mensch Gewordene, die loskaufte, die unter Gesetz waren, damit wir die Sohnschaft empfangen. Das ist ein interessanter Wechsel. Damit er die loskaufte unter Gesetz: Da kann man jetzt natürlich und wird in erster Linie an Jüdinnen und Juden denken, die unter der Thora stehen.
Aber das macht durchaus auch Sinn damals für jemanden, der davon keine Ahnung hat, also aus einem der anderen Völker stammt und nicht aus dem Volk Israel. Denn natürlich, das Gesetz, dem hat man zu dienen, dem hat man Genüge zu tun. Das römische Recht war ganz was Wesentliches. Also auch die konnten mit dieser Aussage was anfangen. Und dann, "damit wir die Sohnschaft empfangen." Das sind jetzt jene, die zur Nachfolge Jesu gefunden haben, zum Glauben an diesen Christus Jesus gefunden haben.
Und da ist jetzt noch ein interessantes Detail: Was da mit "Sohnschaft" übersetzt wird, das ist ganz eindeutig die Adoption. Der Ausdruck, der hier steht, ist der Ausdruck für Adoption. Im Griechischen "huiotesia", "huios" ist der Sohn und in "-tesia" liegt so etwas wie eine Setzung drin. Da wird jemand zum Sohn gesetzt, und eben nicht durch Geburt. Ja, Adoption, ein wichtiges Thema, nicht nur im Zusammenhang mit Sklaverei, kommt also, gut bezeugt, in Alltagsdokumenten auch vor, und immer genau mit dieser Begrifflichkeit: "Aufgrund von dieser Setzung", so quasi, aufgrund von Adoption, "ist der und der mein Sohn", heißt es dann in solchen Dokumenten.
Also man sollte hier eigentlich übersetzen: "Gott sandte seinen Sohn, geboren aus der Frau, damit er die loskaufe, freikaufe aus der Sklaverei heraus, damit er", ist dann der nächste Schritt, nein, damit nicht er, sondern wir als nächster Schritt "die Sohnschaft oder Tochterschaft durch Adoption empfangen. Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, der da ruft, Abba - Vater."
Durch Adoption sind wir dann dazu in der Lage, "also bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn", da steht wirklich einfach "Sohn" da, "wenn aber Sohn, so auch Erbe durch Gott." Söhne und Töchter sind dann erbberechtigt. "Damals jedoch", er sagt das hier nun praktisch noch einmal, wie war das vorher und wie ist es jetzt, "damals jedoch, als ihr Gott nicht kanntet, dientet ihr jenen als Sklaven oder Sklaven, die von Natur nicht Götter sind. Jetzt aber habt ihr Gott erkannt, vielmehr ihr seid von Gott erkannt worden. Wie wendet ihr euch wieder zu den schwachen und armseligen Elementen zurück, denen ihr wieder von neuem als Sklaven oder Sklaven dienen wollt?"
War möglich, habe ich schon erwähnt, man konnte sich selber in die Sklaverei verkaufen. Nur: Aus einer Notlage heraus, und die ist hier natürlich nicht gegeben, also wie könnt ihr nur so wahnsinnig sein? Jetzt seid ihr freigekauft, damit Freigelassene, und sogar auch noch adoptiert als Töchter und Söhne Gottes und damit auch erbberechtigt. Wie könnt ihr nur so deppert sein und wieder Sklaven werden wollen? Da kommt dann das Beispiel von Abraham und seinen zwei Söhnen rein, der Sohn der Sklavin Hagar und der Sohn der Freien Sara.
Damit vergleicht er jetzt nicht nur das alte Israel - natürlich sind die alle aufgrund der Verheißung an Abraham Söhne der Freien. Leiblich, das ist nicht nur metaphorisch. Und in der Metapher bringt er jetzt rein: Ihr seid Söhne der Freien - und da spießt es sich jetzt schon ein bisschen. Es ist wieder so, Paulus - Jesus war da besser mit Bildern, Gleichnisse, großartige Gleichnisse. Paulus ist oft ein Problem. Sollten wir ihm nicht so sehr ankreiden, sondern einfach menschlich nehmen. Es kann nicht jeder so ein glänzender Gleichniserzähler wie Jesus aus Nazareth sein. Wenn die jetzt Söhne und Töchter der Freien Sara sind, dann wären sie ja schon frei geboren.
Das ist ein ganz wesentlicher Unterschied, frei geboren oder freigelassen. Der Freigeborene, der war ja nie ein Sklave. Also entweder stimmt da das eine oder das andere nicht. Wenn wir jetzt wirklich Söhne und Töchter von der Freien Sara sind, dann waren wir nie Sklaven. Das funktioniert auch auf das Judentum hin nicht. Die waren dann ja auch nie unter dem Gesetz als Sklavenhalterin. Die waren ja Freie. Wenn der Gedanke auch stimmt, aber er müsste da andere Ausdrücke dafür verwenden.
Das funktioniert nicht mit dem Bild der Sklaverei. Wenn wir jetzt aber zuerst noch versklavt waren unter die Elemente, dann sind wir jetzt frei gekauft durch diesen Jesus, Freigelassene. Dann können wir aber nicht Töchter und Söhne dieser Freien Sara sein. Dann können wir nicht Kinder der Freien sein, weil dann wären wir frei Geborene. Es bleibt natürlich trotzdem dabei, für Paulus das Wesentliche zum Abschluss dieses Textes: "Daher, Schwestern und Brüder, sind wir nicht Kinder einer Sklavin, sondern der Freien." Das will er halt damit herausstreichen, auch wenn es nicht ganz logisch ist. Und Galater 5,1, das ist das, was ich so quasi immer gern meinen Studierenden ins Stammbuch geschrieben habe: "Zur Freiheit hat uns Christus befreit."
Nicht "zur Freiheit hat uns Christus berufen", "zur Freiheit hat uns Christus befreit. Steht nun fest und lasst euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten." Den Gedanken hat er auch im ersten Korintherbrief einmal, "ihr seid um einen Preis erkauft", das zielt auf den Freikauf durch Jesus ab, "werdet nicht Sklaven von Menschen." Oder im Galaterbrief später auch noch einmal, gegen Ende des fünften Kapitels, "ihr seid zur Freiheit berufen worden". Da sagt er jetzt berufen, "Schwestern und Brüder, nur gebraucht nicht die Freiheit als Anlass für das Fleisch, sondern dient",
da hat er jetzt interessanterweise für dienen das eine Wort, das mit dem Sklavendienst zusammenhängt, also "dient", so quasi als Sklavinnen und Sklaven, "einander durch die Liebe". Das ist ein interessanter Konnex, da schließt sich so ein bisschen der Kreis. Wenn Paulus - zwar nicht an die galatischen Gemeinden, sondern an die Gemeinde in Korinth - schreibt, "wir sind zu euren Sklaven geworden", und er jetzt auch sagt: "seid einander im Sklavendienst zugetan". Da ist das so dann eine Ebene. Wir alle sind natürlich Sklavinnen und Sklaven Gottes, gleichzeitig aber Freie. Im Römerbrief ein ähnlicher Gedankengang, und zwar im 6. Kapitel. Da schreibt er: "Wisst ihr nicht, dass, wem ihr euch zur Verfügung stellt als Sklavinnen und Sklaven zum Gehorsam, ihr dessen Sklavinnen und Sklaven seid.
Entweder der Sünde, die zum Tod führt, oder des Gehorsams zur Gerechtigkeit. Gott aber sei Dank", schreibt er weiter, "dass ihr Sklavinnen und Sklaven der Sünde wart, aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Bild der Lehre, dem ihr übergeben worden seid." Das ist natürlich die Lehre des Paulus. "Frei gemacht" - da steht genau der Ausdruck vom frei gemacht werden aus dem Sklavendienst heraus.
"Frei gemacht aber von der Sünde seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden. Ich rede menschlich wegen der Schwachheit eures Fleisches, denn wie ihr eure Glieder als Sklavinnen und Sklaven der Unreinheit und der Gesetzlosigkeit zur Verfügung gestellt habt, so stellt jetzt eure Glieder zur Verfügung als Sklavinnen und Sklaven der Gerechtigkeit zur Heiligkeit. Denn als ihr Sklaven der Sünde wart, da wart ihr Freie gegenüber der Gerechtigkeit." Ganz ein seltsamer Ausdruck. Gemeint ist hier natürlich, da hattet ihr mit der Gerechtigkeit noch nichts zu tun. Da wart ihr sozusagen außen vor. Die Unterschiede zwischen der Galaterstelle und der Römerstelle:
Im Galaterbrief werden aus Sklavinnen und Sklaven Freigekaufte, das ist im Römerbrief nicht so deutlich, da wird durch das "frei geworden" eher nur angedeutet, im Galaterbrief ganz eindeutig, "Jesus hat euch frei gekauft, damit er die freikaufe unter dem Gesetz." Und danach adoptierte Freie, Töchter und Söhne Gottes. Im Römerbrief sagt er zunächst nur, da gab es einen Sklavenhalter oder mehrere, also entweder wart ihr Sklaven der Sünde oder Sklaven des Gehorsams.
Und von da seid ihr so quasi dort rüber, der Sklavenhalter hat gewechselt. Das ist im Römerbrief zunächst erwähnt. Im Galaterbrief wird eben gleich zu Beginn dann auch das Ziel so quasi angegeben und betont, dass die an Christus Glaubenden eben wirklich Töchter und Söhne Gottes sind, und entsprechend der Verheißung an Abraham auch Erben. Im Römerbrief wird es erst am Schluss, anschließend an die Abhandlung, dann festgestellt. In Römer 8,15 vor allem schreibt Paulus, "denn ihr habt nicht einen Geist der Sklaverei empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft."
Da steht wieder der Ausdruck der Sohnschaft durch Adoption. "Habt ihr empfangen, indem wir rufen, Abba", Vater, genauso wie im Galaterbrief. Ich fasse die Stufen noch einmal zusammen von dieser bildlichen Abfolge. Zuerst sind wir Sklavinnen und Sklaven der Sünde bzw. der Elemente. Dann sandte Gott seinen Sohn, damit er alle freikaufe. Da sind wir Freigelassene. Ah, Moment, Entschuldigung. Den Punkt überspringt er nämlich fast, und der ist ja im Römerbrief deutlicher als im Galaterbrief, damit er die freikaufe, nämlich von dem Sklavenhalter oder der Sklavenhalterin Sünde oder Gesetz oder Elemente heraus zu einem neuen Sklavenhalter, nämlich Gott beziehungsweise Christus, das ist Selbstbezeichneung des Paulus auch.
Durch die Verheißung an Abraham, die jetzt auf alle ausgedehnt wird, werden auch wir, die wir vorher noch nicht dazu gehört haben zu den Söhnen und Töchtern Gottes, so als leibliche Nachkommen der Freien Sara, werden wir jetzt von Gott adoptiert und damit wirklich frei, freigelassen. Das setzt ja die Freilassung voraus, die Adoption. Wir werden adoptiert zu Söhnen und Töchtern Gottes. Und daraus ergibt sich schließlich auch: erbberechtigt. Was winkt als Erbe? Das Reich Gottes.
Oder Philipperbrief gestern, denke ich gerade noch einmal, das Bürgerrecht, da sind dann alle Privilegierte, das Bürgerrecht des Himmels. In dem anderen versprochenen Teil, wie schaut es jetzt mit der echten Sklaverei aus? Und das ist aus meiner Sicht das viel Interessantere. Ich habe in meinen aufmüpfigen Jahren als Student da und dort immer gerne gesagt, ja, so im Gottesdienst, da kommt irgendwann der Friedensgruß oder Friedenswunsch.
Da sind wir alle per Du. Und dann gehen wir aus der Kirche raus und dann ist das alles wieder - also wehe jemand sagt da zu irgendjemand, weil vielleicht der Oberbürgermeister oder Minister oder so da auch dabei war, zudem wird man im Gottesdienst auch nicht sagen, "der Friede sei mit Ihnen". Aber wehe, man ist nur deshalb, weil man da einmal halt liturgisch den Friedensgruß sich ausgedrückt hat gegenüber, meinen, jetzt sind wir gleich Du-Freunde. Also wie schaut es bei Paulus aus? Ist jetzt dieses egalitäre "da gibt es nicht mehr Sklave und Herr, da gibt es nicht mehr Frau und Mann" und so weiter,
wie schaut es denn jetzt aus, wenn das auf die Praxis anzuwenden ist oder anzuwenden wäre? Zwei ganz konkrete Beispiele möchte ich da herausgreifen, die da sehr deutlich sind. In 1 Korinther 7 schreibt Paulus nicht nur über Ehe und Keuschheit und in welchem Zustand man bleiben soll oder auch nicht, das wird dann Thema morgen noch sein, sondern da schreibt er zwischendrin interessanterweise auch einmal zum Verhältnis von Sklavinnen, Sklaven und den entsprechenden Sklavenhaltern was. Nämlich: "Bist Du als Sklave berufen worden zum Glauben an diesen Jesus, so lass es Dich nicht kümmern. Wenn Du aber auch frei werden kannst, mach umso lieber Gebrauch davon."
Ja, wovon? Da wird bis heute noch endlos diskutiert, wie meint Paulus jetzt das? Soll man dann davon Gebrauch machen, umso mehr sogar, dass man Sklave oder Sklavin ist, und dann noch braver dienen? Oder soll man Gebrauch machen, frei zu kommen? Ja, das sind so die zwei Möglichkeiten, die den Exegetinnen und Exegeten da immer schon eingefallen sind, und wo halt dann die einen versucht haben, Hinweise zu finden irgendwo im Text, dass das dafür spricht, Sklave, Sklavin zu bleiben, sich auch damit zufrieden zu geben, dass es das ja eigentlich eh gar nicht mehr gibt,
aber im Dienst an dem Hausvorstand sich auszuzeichnen, und die anderen, die halt da gern hören, Paulus predigt da schon die Freilassung. Die haben dann halt gesucht, was ist denn da drin und spricht da vielleicht dafür, vor allem im Kontext. Ich glaube, es gibt noch mindestens eine dritte Möglichkeit, und eine sehr typische für Paulus, wie mir scheint. Das eine könnte natürlich sein, er selber und die Gemeindemitglieder von Korinth, die wussten eh genau, was er meint.
Wir sind ja hier in dem Abschnitt, wo Paulus Fragen, die an ihn herangetragen wurden, beantwortet. Wir heute wissen leider nicht mehr, als was wir halt da lesen können, und wissen deshalb natürlich auch weniger über die Umstände, über die Hintergründe von so manchen Aussagen, die wir da insbesondere auch ab 1. Korinther 7 lesen können. Also die werden schon gewusst haben, was er da jetzt meint. Ich glaube, es würde aber auch gut zu dem Paulus passen und ergibt zumindest Sinn, wenn er es hier in gewisser Weise sogar offen lässt. Mir hat das gestern so gut gefallen von der Kathy Ehrensperger mit Bruch oder Kontinuität und wie sie gesagt hat, die Frage von Bruch oder Kontinuität ist keine Frage von entweder - oder, sondern von sowohl - als auch.
Es geht also darum, in welcher Situation sind denn ganz konkret jetzt ein ganz bestimmter Sklave und sein ganz konkreter Sklavenhalter, und in einem anderen Hausverband die Sklavin und ein ganz anderer Sklavenhalter, und in einem anderen Hausverband, wieder anders. Denn es war nicht so einfach: Lassen wir halt alle Sklaven frei, weil wir so tolle Christusnachfolger sind, jetzt lassen wir alle frei. Da wären einige verhungert. Das hätte für einige und gar nicht für wenige bedeutet: Kein Dach mehr über dem Kopf, keine warme Mahlzeit, kein Bett zum Schlafen, wenn auch sehr spärlich, aber immerhin.
Soziale Versorgung - null. Aber für einen Sklaven, der jetzt, ich habe es ja erwähnt eingangs, dieses Peculium sich angespart hat und schon ziemlich weit ist, um sich selber freikaufen zu können, für den könnte es ja gut bedeuten: Jetzt streng ich mich noch ein bisschen mehr an, dass ich das Geld zusammen habe, dann kann ich mich freikaufen. Und weil ich vielleicht sogar zur Hauskirche meines Herrn gehöre, in dessen Haus sich die örtliche Gemeinde gerade trifft, rede ich auch mit dem einmal und schaue, wie kann das danach dann weitergehen. Kann ich vielleicht sogar im Hausverband als Freigelassener, Freigekaufter sein und so weiter. Es kommt drauf an.
Und bei Paulus kommt es fast immer drauf an, wenn es um solche praktischen Dinge geht. Ich liebe diesen Ausdruck von meiner lieben Kollegin Kathy Ehrensperger: Es kommt drauf an. Zum Abschluss noch der Philemonbrief. Da wird es noch konkreter, weil es ja wirklich konkret ist. Da geht es um einen ganz bestimmten Sklaven, der heißt Onesimus, und um einen ganz bestimmten Sklavenhalter, der heißt Philemon. Über die Umstände wissen wir bedeutend weniger als viele akademische Exegetinnen und Exegeten meinen. Wir wissen zum Beispiel nicht, wo diese Gemeinde, dieses Haus, das Philemon wirklich war.
Wir wissen zum Beispiel nicht, wo diese Gemeinde, dieses Haus, des Philemon wirklich war. Manche meinen in Rom, manche meinen in Kolossä. Es steht ja nichts drüber in dem Brief. Das, was sicher ist: Es geht da um einen Hausverband, wo sich diese Ekklesia, diese Versammlung, trifft. Wir wissen zum Beispiel nicht, ob die mitgenannte Apphia die Frau die Frau des Philemon war, könnte sein. Wir wissen nicht, ob der Archippus der Sohn der beiden war, könnte sein, muss nicht. Wir wissen auch nicht, ob der Onesimus derselbe Onesimus ist, der dann im Kolosserbrief erwähnt wird. Denn Onesimus war so häufig als Sklavenname, das heißt ja nichts anderes als der Nützliche,
ein passender Sklavenname: Der hat dem Herrn einfach zu nützen. Wir wissen nicht, ob der Onesimus geflohen ist, wir wissen es nicht. Das, was wir nur sehen können, ist, dass Paulus jetzt alle Register zieht, um sich für diesen Sklaven Onesimus in einer offensichtlich äußerst ungünstigen Situation einzusetzen, Und das ist der Fall. Um sich für diesen Sklaven Onesimus in einer offensichtlich äußerst ungünstigen Situation einzusetzen. mit dem Ergebnis, ich nehme es gleich einmal vorweg, damit dann alle auf derselben Stufe sind. Was sind so die Register, die Paulus da zieht?
Gleich nach dem Briefanfang schreibt er, "ich danke meinem Gott allzeit, wenn ich die Erinnerung an dich, den Philemon, verrichte bei meinen Gebeten, da ich höre von deiner Liebe und Treue", – da steckt der Ausdruck "pistis" dahinter – Treue, Vertrauen, Glaube, "die du hast gegenüber dem Herrn Jesus und gegenüber allen Heiligen." Deshalb habe ich das hier mit "Treue" übersetzt, weil mit dem Glauben gegenüber allen Heiligen – und die haben sich ja in diesen frühchristlichen Gemeinden alle als Heilige bezeichnet, zu Lebzeiten schon –,
das geht ja nicht gut. Mit dem Glauben an den Herrn Jesus wird das schon funktionieren, aber anders dann nicht. "Damit die Gemeinschaft deines Glaubens" – da steht jetzt derselbe Ausdruck – könnte also auch eine Gemeinschaft deines Vertrauens sein – "wirksam wird in der Erkenntnis alles Guten, das in uns auf Christus hin ist. Ich hatte nämlich viel Freude und Trost bei deiner Liebe, weil die Herzen der Heiligen Erholung gefunden haben durch dich, Bruder." Also, ein toller Kerl, dieser Philemon. Der stellt sein Haus zur Verfügung, der hat also offenbar eine Villa, wo er einen Raum hat, der groß genug ist, wo sich diese vielleicht 20, 25 Gemeindemitglieder treffen können
und auch nicht die ganze Zeit nur Stehplätze haben. Der zeichnet sich dann auch nur aus. Wir wissen ja nicht einmal, ob der der Gemeindeleiter war. Der war vielleicht der, der einfach so als das Mitglied einen Raum hatte, wo alle Platz haben. Der sich durch Liebe, Treue, Glaube auszeichnet. Der nur dafür sorgt, dass allen anderen gut geht. Das ist leider nicht so selbstverständlich in vielen heutigen Kirchen, der ehrenamtliche Dienst. Da kann man schnell ausgenützt werden, bis man dann nichts mehr zu bieten hat, sondern Burnout oder Enttäuschung oder sonst was.
Das wird ihm auch nur gesagt. So ein klasse Kerl, sorgt auch dafür, dass da alle Erholung finden können. Ganz was Wichtiges. Kommt auch in der Jesus-Tradition vor. Jesus musste sich manchmal in die Einsamkeit des Alltages verletzen. Auch Jesus musste sich manchmal in die Einsamkeit zurückziehen, um zur Ruhe zu kommen. "Deswegen", schreibt Paulus weiter, "obwohl ich in Christus viel Freimut habe, dir das aufzutragen, was jetzt üblich ist, bitte ich mehr aufgrund der Liebe, jetzt aber auch als Gefangener Christi Jesu, ich bitte dich für mein Kind" - und dann schreibt Paulus den maskulinen Artikel. Das ist ganz interessant, weil der Ausdruck für Kind, hier das Kind,
ist auch im griechischen Neutrum. Er schreibt dann aber, "den, den ich im Ketten gezeugt habe, Onesimus" und so weiter. Das schaut auch wieder so aus: Ist ja schon ein wahnsinnig netter Kerl. Der große Apostel könnte jetzt natürlich auch dem Philemon einfach auftragen, also mach jetzt gefälligst mit diesem Onesimus das und das. Und er sagt aber: "Ich trag dir nichts auf, sondern ich bitte dich aufgrund der Liebe." So, wie geht's jetzt dem Philemon? Lassen Sie das so ein bisschen auftauchen, wie geht's dem jetzt?
Und der weiß jetzt noch nicht, dass jetzt aber dann kommt, wo der Paulus ihm ganz genau sagt, was er von ihm erwartet. Und das ist nicht ohne. Erst jetzt geht er eben auf "sein Kind", den Onesimus ein, den er gezeugt hat, das ist vermutlich jetzt metaphorisch, den er getauft hat vielleicht. Paulus ist im Gefängnis, erfahren wir da jetzt auch. Das heißt, der Onesimus war in jedem Fall nicht inhaftiert, hat den Paulus im Gefängnis besucht,
weil Paulus schickt ihn ja dann zurück, das könnte er mit einem gleichzeitig Inhaftierten ja nicht machen. "Und den hast du, Philemon, aber für unbrauchbar gehalten": Jetzt wird's spannend. "Nun aber ist er sowohl für dich als auch für mich gut brauchbar." Das stellt er einfach mal so hin. Das ist jetzt die Frage, ob der Philemon da jetzt zustimmt, dass der unbrauchbare Nichtsnutz, der sogar der Nützliche heißt, aber unnütz, unbrauchbar eigentlich ist, ob der Philemon jetzt dazu bewogen werden kann, den als nützlichen Sklaven zu sehen? Und den schickt er jetzt zurück, schreibt er: "Den ich zu dir schicke, ihn, das ist mein Herz, den ich bei mir zurückhalten wollte, damit er für dich mir dient in den Ketten des Evangeliums. Aber ohne Deine Kenntnis wollte ich nichts unternehmen, damit nicht wie aus Zwang dein Gutes geschieht, sondern aus Freiwilligkeit." Tatsächlich war es genau umgekehrt. Genau umgekehrt.
Der Paulus hätte sich strafbar gemacht, in höchstem Maße, wenn er diesen Sklaven einfach zurückgehalten hätte. Ein Sklave hat seinem Herrn zu dienen und niemand anderem. Und wenn jetzt, was ja möglicht ist, das sogar ein flüchtiger Sklave war, der seinem Herrn entflohen ist, dann hätte er die unbedingte Aufgabe gehabt, den so schnell wie möglich an seinen Herrn zurückzuschicken.
Oder den Behörden zu melden, der hält sich jetzt bei mir auf, und die hätten ihn dann zurückeskortiert. Also in Wirklichkeit war da überhaupt nichts mit einem Entgegenkommen des Paulus zu machen, aber er stellt es so dar. Da riskiert er schon auch ein bisschen was. Der Philemon könnte sagen, also lieber Paulus, jetzt reden wir mal Tacheles. Es ist ja schön, dass wir da in einer Gemeinschaft des Glaubens sind, aber das ist immer noch mein Sklave. Hallo! Er schreibt, er schickt ihn nicht mehr als Sklaven zurück, "sondern über einen Sklaven hinaus, als geliebten Bruder. Am meisten mir, wie viel mehr dir, sowohl im Fleisch als auch im Herrn."
Das ist schön, dieses "im Fleisch und im Herrn". Nicht nur metaphorisch, auch im Fleisch. Auch ganz irdisch praktisch gedacht. Die meisten sagen dann: Ja, es geht hier darum, der Onesimus, der Sklave, der soll jetzt zum Bruder des Philemon werden. Wir sind noch nicht bei der eigentlichen Aufforderung des Briefes. Beachten Sie, rein sprachlich, er schreibt hier noch: Ich schicke den zurück, damit du ihn nicht mehr als Sklaven in Empfang nimmst, sondern als Bruder. Und jetzt direkt danach kommt der entscheidende Imperativ, wie man den Bruder als Sklave entgegennehmen kann. Und jetzt, direkt danach, kommt der entscheidende Imperativ: "Wenn du nun mich als Partner hast, nimm ihn auf wie mich."
Partner ist auf einer Ebene. Und der Ausdruck, der hier steht, das kann der Geschäftspartner sein, das kann in einem ideellen Sinn der Partner sein, das ist ein sehr breiter Begriff. Also wenn man sich das so mit Ebenen vorstellt, so Paulus tut es erst so, als würde er da alles ganz brav machen, dem Philemon zuliebe. In Wirklichkeit dreht er das aber so ein bisschen um. Tut so, als wäre er der Gönnerhafte, in Wirklichkeit ist er der Verpflichtete. Und jetzt sagt er, wenn du mich als Partner hast, wenn wir beide auf einer Ebene sind, dann nimm den Onesimus auf, wie mich.
Wenn wir beide auf einer Ebene sind, dann nimm den Onesimus auf, wie mich. Dann muss der auch von dir auf dieselbe Ebene als Partner gehoben werden. Und das ist jetzt wirklich so breit ausgedrückt, da sind wir dann vielleicht wieder mal bei Paulus, sowohl als auch, dass das sie nicht nur auf das Gemeindeleben beziehen wird, ja im Glauben, sondern da sind wir auch dort, Sie erinnern sich an den Anfang, Sklaven konnten auch in gehobener Position sein, konnten an Gewinn beteiligt werden, konnten mit vertrauensvollen Aufgaben betraut werden. Dieser Nichtsnutz Onesimus soll jetzt behandelt werden wie ein begabter, brauchbarer Sklave und soll, ob jetzt in der Gemeinde oder im Unternehmen des Philemon, auf eine gehobenere Position gesetzt werden.
Das wäre also jetzt angewandte Vorstellung des Paulus über Sklaverei. Ob Philemon das befolgt hat? Wahrscheinlich ja. Es wird zwar diskutiert, wie ist die Paulus-Briefsammlung überhaupt entstanden? Haben da Leute sich aufgemacht und geschaut, welche Briefe sind wo erhalten? Oder war der Ausgangspunkt die Basis für die Paulus-Briefsammlung bei Paulus selber, Kopien, die er vielleicht angefertigt hat von seinen Briefen und bei sich behalten hat?
In dem Zusammenhang gar nicht so wichtig, die Frage. Der Philemonbrief ist erhalten geblieben und ist in diese Sammlung aufgenommen worden. Das ist also der deutlichste Hinweis, dass dieser Philemon das wohl befolgt hat. Sonst hätte er ja nur Interesse haben können, den Brief verschwinden zu lassen. Wäre vielleicht nicht so ganz einfach gewesen, denn am Schluss kehrt Paulus ja wieder in den Plural zurück, wo die ganze Gemeinde angesprochen wird. Ich wiederhole die Empfehlung von gestern, lesen Sie mal den ganzen Philemonbrief so in einem Stück, falls Sie es nicht schon gemacht haben. Wenn das für Paulus ein Misserfolg gewesen wäre, wäre es auch nicht so toll gewesen, den Brief aufzuheben. Vielen Dank.
Macht und Ohnmacht: Paulus, Sklaverei und soziale Hierarchien | 15.6.1
Einen anderen Menschen besitzen – so etwas Schreckliches gehört in ein anderes Jahrhundert oder zumindest auf andere Kontinente und hat mit uns nichts mehr zu tun, oder?
Dann schauen wir in die Bibel und stellen mal wieder fest: So einfach sollten es sich Christen nicht machen. Denn immer wieder schreibt Paulus über Sklaven, bezeichnet sich selbst so, vergleicht die Gläubigen mit Freigelassenen.
Der Theologe und Papyrologe Peter Arzt-Grabner erzählt in diesem Vortrag von Verträgen über Sklavenkäufe, To-Do-Listen für Sklaven und andere antike Dokumente. Und er erklärt, wie sich die Sklaverei der Antike von dem Menschenhandel der Neuzeit unterschied, was Paulus mit seinen häufigen Verweisen auf die Sklaverei sagen wollte und warum er nicht forderte, alle Sklaven freizulassen.