Josua | 15.13.1
Eigentlich würden wir es in unserer modernen Zeit ganz gern ignorieren, irgendwie schämen wir uns auch ein bisschen dafür. Und als Christen verweisen wir sowieso viel lieber auf das Neue Testament, auf die weisen und liebevollen Worte Jesu, auf den himmlischen Vater und die Vergebung.
Aber: Zum Neuen Testament gehört das Alte. Und darin stehen nun mal all die Geschichten, in denen man das Schluchzen und die Schmerzensschreie, das Poltern, Krachen und Bersten geradezu hören kann, wenn die Israeliten in Städte einfallen und an allen, Männern, Frauen und Kindern »den Bann vollstrecken«.
Noch ein Aber: War es denn so? Der katholische Theologe Matthias Ederer wagt sich hier in das Buch Josua vor, er erzählt, wie Geschichtswissenschaft und biblische Überlieferung kollidieren, wie gläubige Christen mit blutigen Geschichten und öden Namenslisten umgehen können und damit, dass das Land Israel nicht nur im Josua-Buch, sondern auch in der Tagesschau immer wieder vorkommt.