Geteilte Wurzeln, offene Fragen – mein Weg im jüdisch-christlichen Dialog | 15.15.3
Dem kleinen Andrew hat es Spaß gemacht, den Erwachsenen in der Wohnung seiner Eltern zuzuschauen, die gegessen haben und getrunken, gelacht und diskutiert, Juden und Christen gemeinsam an einem Sederabend, an jüdischen Feiertagen. Er verstand noch nicht, was da geschah, aber er genoss es. Es waren die 60er Jahre in New York, Interesse aneinander, christlich-jüdischer Dialog im Alltag.
Dann zog die Familie nach Frankfurt. Die Eltern luden die Nachbarn zum Sederabend ein, niemand kam. »Es ist halt ein anderes Land«, sagten die Eltern. Es waren die 60er Jahre in Deutschland. Kein jüdisch-christlicher Dialog.
Und nun sind es die 20er Jahre in Deutschland, wieder ist es schwierig zwischen Christen und Juden, aber aus anderen Gründen. Umso wichtiger ist und bleibt für Rabbiner Andrew Steiman der christlich-jüdische Dialog. Was er als kleiner Junge in New York kennengelernt hat, lebt er heute selber. Er erzählt von den Parallelen, die Christen und Juden verbinden, erklärt aus dem jüdischen Glauben heraus, was Christen über ihren eigenen Glauben kaum wissen können und stellt sich in diesem Vortrag auch den Fragen des Publikums.