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Die Trennung der Wege: Wie Juden und Christen sich entfremdeten | 15.15.1

Worthaus Herbstsymposium 2025 – Görlitz: 31. Oktober 2025 von Prof. Dr. Matthias Morgenstern

Es kommen seltsame Menschen ins Heilige Land. Gruppen von Fremden, manche zerlumpt und armselig, andere wohlhabend, sie singen, beten, bauen Kirchen. Und sie zitieren Verse aus ihrer Heiligen Schrift! Das muss für die Juden des 4. Jahrhunderts in der römischen Provinz Palästina eine verwirrende Zeit gewesen sein. Spätestens da war klar: Irgendetwas hat sich aus und neben dem Judentum entwickelt, was größer gewachsen war, als es Jesu Zeitgenossen der jüdischen Sekte der Christusanhänger wohl zugetraut hätten.
Auch heute dürfte für die meisten Menschen klar sein: Judentum und Christentum, das sind zwei getrennte Religionen. Sie bauen irgendwie aufeinander auf, haben Gemeinsamkeiten, aber zusammen gehören sie nicht.
Was ist aber mit Juden, die an den Christus glauben und die es heute noch gibt? Was ist mit den jüdischen Jesus-Anhängern der Antike? Wann haben sich die Wege von Judentum und Christentum getrennt? Oder haben sie das jemals? Matthias Morgenstern, Professor für Judaistik und Religionswissenschaft, erklärt aus christlicher und jüdischer Sicht die Wege beider Religionen. Er beschreibt, welche Gedanken sich die Juden in den Jahrhunderten nach Jesu Tod schon dazu machten und wie Anhänger beider Glaubensrichtungen gemeinsam ihren Weg gehen können.