Matthias Morgenstern
Matthias Morgenstern hat evangelische Theologie und nach einem zweijährigen Aufenthalt in Israel Judaistik studiert. Nach Abschluss seiner Doktorarbeit über die Kritik am Zionismus bei dem Philosophen Isaac Breuer, einem der wichtigsten Vertreter der deutsch-jüdischen Orthodoxie, war er zunächst Pfarrer in der Württembergischen Landeskirche. Anschließend habilitierte er sich über das Verständnis der neueren jüdischen Geschichte bei dem israelischen Dramatiker Joshua Sobol.
Seit 1999 lehrt und forscht Matthias Morgenstern am Institutum Judaicum der Evangelisch-Theologischen Fakultät in Tübingen. Zu den heutigen Schwerpunkten seiner Arbeit gehört die rabbinische Literatur (vor allem der Jerusalemer Talmud), die jüdische Bibelauslegung (Midrasch) in der Zeit der Kirchenväter und die Geschichte der jüdisch-christlichen Beziehungen seit dem »Auseinandergehen der Wege« von Juden und Christen bis in die Gegenwart. Anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 hat er die »Judenschriften« Martin Luthers in modernes Deutsch übersetzt und kritisch kommentiert.