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Die Prophetie des Neuen und deren Bedeutung für das neue Testament (zu Jesaja 40-66) | 5.4.1

Worthaus 5 – Heidelberg: 24. Mai 2015 von Prof. Dr. Dr. Andreas Schüle

Andreas Schüle versteht es, mit seiner unaufgeregten Art einen hervorragenden Überblick über das Jesajabuch zu geben. Es beginnt mit einem eher düsteren Bild, um dann in einem großen Bogen in der zweiten Hälfte in eine freundlichere Stimmung in Richtung Hoffnung umzuschwenken. Als Leser kann man also innerhalb eines Buches quasi in Miniaturform die gesamte Idee von »Gottes Heilsgeschichte« betrachten.
Baupläne von Architekten geben hier eine hilfreiche Analogie. Sie bieten in reduzierter, abstrakter und stark vereinfachter Form ein Abbild eines reellen Bauwerks. Dabei lassen sie zwar eine Menge Details weg, aber die wesentlichen Aspekte werden hervorgehoben, um das gesamte Werk zu beschreiben. Und so wie auf einer Bauzeichnung erkennt man bei Jesaja die Highlights der Gott-Mensch-Beziehung und verfolgt sie im Zeitraffer mit. Am Ende wird eine neue Ära, eine neue Zeitrechnung eingeleitet. Die alten Denkmuster werden verändert. Das gesamte Glaubensgebäude wird neu definiert.
So gesehen wirkt Andreas Schüle in seinem Vortrag wie eine Art neugieriger Archäologe, der vorsichtig Schicht für Schicht einer großartigen Entdeckung freilegt. Hier wartet etwas Faszinierendes darauf gefunden zu werden, nichts Geringeres als der »Masterplan« des Schöpfers mit seiner Schöpfung.