DAS LOGOS-PROJEKT
Eine Revision des christlichen Glaubens für das 21. Jahrhundert

Seit 2010 bemüht sich Worthaus um eine für die heutige Zeit verständliche Darstellung zentraler Aspekte des christlichen Glaubens. Dies geschieht auf der Basis von fundierten theologischen Erkenntnissen. Aus heutiger Perspektive werden Zugänge zu den Wurzeln des christlichen Glaubens geschaffen und gleichzeitig gefragt, ob und wo sich wesentliche Bezüge für die heutige Lebenswelt herstellen lassen. Es geht also sowohl um die Vermittlung von Einsichten der modernen Bibelwissenschaft als auch um die Grundfragen des christlichen Glaubens und des Lebens an sich. Damit ist Worthaus ein spannendes Angebot für alle am christlichen Glauben Interessierten, die verstehen möchten, was Jesus aus Nazareth wichtig war, was den christlichen Glauben ausgezeichnet hat und heute auszeichnen könnte, und die sich zum eigenen Denken ermutigen lassen wollen.

Nach sieben Jahren und rund hundert veröffentlichen Vorträgen von über einem Duzend Theologen beabsichtigt Worthaus sich nun in ein neues Abenteuer zu stürzen.
Fast alle westlichen Gesellschaften sind heute von einer starken Säkularisierung geprägt. Der christliche Glaube hat im christlichen Abendland seine traditionelle Mittelpunktstellung, seinen universelle Wirksamkeit verloren und ist zu einem gesellschaftlichen Minderheitenphänomen geworden. Keine Kirche oder christliche Gruppierung vermag es mehr, das Evangelium einer breiten, modern denkenden Öffentlichkeit gesellschaftlich relevant zu vermitteln.

Damit wird die Dimension, ob und wie die Vermittlung der »frohen Botschaft« einer modernen Gesellschaft gelingen kann, zur entscheidenden Herausforderung des christlichen Glaubens im 21. Jahrhundert: Welche Relevanz hat der christliche Glaube für das 21. Jahrhundert? Was sind seine zentralen Inhalte? Hat er das Potential den Menschen in unserer Gesellschaft noch wichtige Antworten zu liefern? Wo führt er in Sackgassen? Wo entfaltet er eine positiv veränderte Kraft? Wie kann er heute verständlich werden?

In unserer Zeit erleben wir eine Art Gottesdämmerung. Und dabei ist es unsicher, ob es sich um eine Abend- oder Morgendämmerung handelt. Auf der einen Seite verlieren viele Formen bisheriger Christlichkeit zunehmend ihre Bindungskraft. Überkommene Gewissheiten lösen sich auf. Die traditionelle Präsenz des christlichen Glaubens verliert in vielen westlichen Ländern seine Selbstverständlichkeit.
Gleichzeitig entstehen weltweit neue geistliche Aufbrüche, die schon in Folge der globalen Migration auch unsere Städte erreichen. Menschen suchen nach neuen Ausdrucksformen des christlichen Glaubens, manchmal leidenschaftlich und voller Sehnsucht nach Intensität, manchmal mehr tastend und suchend. So oder so: Der christliche Glaube befindet sich in einer Umformungskrise. Über ihre fachwissenschaftlichen Debatten hinaus muss die wissenschaftliche Theologie sich in diesen Suchbewegungen der Gegenwart deutlicher zu Gehör bringen.

Denn das, was heute an christlichem Glauben lebendig ist, findet oft keine adäquate Sprache, die für andere anregend oder auch nur verständlich ist. Glaube erscheint mitunter vielen irrelevant oder gefährlich. Viele Gestalten des christlichen Glaubens leiden entweder an modernistischer moderner Verflachung Indifferenz oder an fundamentalistischer Verhärtung.

An dieser Stelle setzt Worthaus mit dem Logos-Projekt an: Denn wir haben die Ahnung, dass die die Ideen von dem Mann aus Nazareth tiefgründiger und faszinierender sind, als die aktuellen Verflachungen und fundamentalistischen Verhärtungen der Religion, die sich auf ihn beruft. Wir sind überzeugt, dass es eine reizvolle Sache ist, sich heute auf die Suche zu machen nach einem durchdachten Glauben, der den heutigen Menschen zutiefst berührt, ermutigt und trägt. Wir sind überzeugt, dass die Zeit reif ist für eine Revision des christlichen Glaubens für das 21. Jahrhundert. Dabei konzentrieren wir uns auf die großen Linien des christlichen Glaubens und lassen uns auf aktuell brennende Fragen ein. Wir geben zentralen biblischen Texten breiten Raum und sind mit unserem Denken ganz verwurzelt in den Fragen der Moderne.

Da dieses Themenspektrum den Zeithorizont einer Worthaus-Jahrestagung deutlich übersteigt, widmen wir Worthaus 8, 9 und 10 dem Logos Projekt: Teil 1 – Licht (2018), Teil 2 – Liebe (2019) und Teil 3 – Leben (2020).