Worthaus e. V.; Die Suche nach dem unverstellten Blick

Historie > Worthaus 4 (2014)

Die Bibel – kein Buch wurde öfter aufgelegt. Kein Buch gibt es in so vielen Sprachen. Und vielleicht wurde und wird auch kein Buch so kontrovers erlebt: tröstend, befreiend, inspirierend, orientierungs- und sinnstiftend, aber eben auch befremdlich, einengend und unterdrückend. So ist der Umgang mit der Bibel und ihren Texten äußerst vielfältig. Auf Basis der Bibel werden unterschiedlichste Ansprüche formuliert. Wahrscheinlich wird kein anderes Buch häufiger missverstanden und instrumentalisiert. Oftmals begleitet von einer interessengeleiteten Deutung und verblüffender Unkenntnis ihrer Entstehungsgeschichte – überraschenderweise sowohl bei Gegnern der Bibel als auch bei ihren Freunden!

An dieser Stelle setzte Worthaus 4 mit dem Versuch an, einen unverstellteren Blick zu gewinnen. Es ging darum, die Bibel als ein Buch ernst zu nehmen, unabhängig von verklärenden Sichtweisen: Wo kommt sie her? Wie ist sie zu dem geworden, was sie ist? Gibt es »richtige« und »falsche Deutungen« der biblischen Texte? Kann man die Bibel einfach lesen und verstehen? Und welche Relevanz haben ihre alten Sätze und Gedanken für das Hier und Jetzt?

Mit dieser komplexen und für den christlichen Glauben fundamentalen Thematik betrat das Worthaus-Experiment nicht nur inhaltlich neues Land. Denn neu war bei Worthaus 4 auch die Fülle der Referenten und die Örtlichkeit. Statt ein oder zwei Referenten waren es jetzt mit Wilfried Härle, Manfred Oeming, Stefan Schreiber und Siegfried Zimmer gleich vier Referenten. Und statt dem vertrauten Weimar fand Worthaus im malerischen Heidelberg statt.